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Syndikat, Das

Info

OT: 
La Polizia ringrazia

Jahr: I/D 1972
R, B:
Stefano Vanzina (“Steno”)
B:
Lucio De Caro
K:
Riccardo Pallottini
M:
Stelvio Cipriani
D:
Enrico Maria Salerno, Mariangela Melato, Mario Adorf, Cyril Cusack, Jürgen Drews

Quelle: DVD (Colosseo/Alive). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Die beiden notorischen Kleinkriminellen Mario (Piero Tiberi) und Michele (Jürgen Drews) hoffen auf schnelle und vor allem fette Beute, als sie ein römisches Juweliergeschäft überfallen. „Hit and run“ heißt die Devise. Doch die Sache geht schief, eine unbeteiligte Kundin und ein vorwitziger Bauarbeiter kriegen eine amtliche Bleipackung. Die durch unzählige Pressekampagnen und eine lasche Politik verunsicherte Polizei lässt die Jungs dann auch noch entwischen. Zudem entführt Michele auf der Flucht noch die junge Anna Maria (Laura Belli), um seinen Rückzug zu decken.
Kommissar Mario Bertone (Enrico Maria Salerno), Chef der Mordkommission, ermittelt nur aus Pflichtgefühl, denn er weiß: Falls er die Mörder schnappt, sorgt schon irgendein findiger Rechtsverdreher dafür, dass die Kameraden umgehend wieder auf freiem Fuß sind. Doch er kommt nicht nur nicht weiter. Es mischen sich auch Unbekannte in die Polizeiarbeit ein, die „aus Mangel an Beweisen“ freigelassene Kriminelle, Nutten und ihre Freier exekutieren. Bertones Arbeit wird nicht leichter, da erstens seine Vorgesetzten und auch Staatsanwalt Ricciuti (Mario Adorf) nicht an die Existenz einer „Organisation zur Säuberung Roms“ glauben. Zweitens wächst auch unter Bertones Mitarbeitern die Sympathie für die Liquidatoren.

Zitate:

Sandra (Mariangela Melato): „Das System ist schlecht, nicht der Mensch.“ (HUST!)

Bertone: „Ich möchte wissen, ob ich es noch mit Polizeibeamten zu tun habe oder einer Bande von Arschlöchern.“

Bertone: „Jetzt ist Schluss!“

Die Kritik des Gunslingers:

Vanzinas Streifen gilt als der erste Polizeifilm italienischer Provenienz, der eine ganze Serie sogenannter Poliziotteschi lostrat. Filme, in denen ein weitgehend auf sich allein gestellter, taffer Kommissar auf freche Kriminelle eindrischt, während ihm korrupte Politiker, ein lasches Rechtssystem und die Sensationspresse immer wieder Bananen in den Auspuff seiner Giulia stecken, hatten in den 70ern Hochkonjunktur.
Diese Elemente finden wir auch in vorliegendem Streifen. Während sich aber in den Epigonen häufig eine episodenhafte Erzählstruktur breitmachte, ist diese im „Syndikat“ nur schwach ausgeprägt, was für zusätzlichen Kitt im Streifen sorgt.
Auch hier ist die Ausgangslage, dass die Polizei im Spannungsfeld zwischen „kritischer“ Presse und gegenüber der sprunghaft explodierenden Verbrechensrate weitgehend untätigen Politikern zerrieben wird. Aus Angst vor schlechter Presse lassen die Cops die beiden Mörder sogar auf ihrer Motoguzzi davon brausen, anstatt ihnen amtlich den Buckel zu verbleien. Die Kriminiellen tanzen der Exekutive frech auf der Nase herum, da viele zuständige Verantwortliche in Justiz und Politik verwickelt sind in Prostitution oder Schlimmeres und somit erpressbar. Der aufrechte Bertone ist dabei ein Vorgänger von „Dirty Harry“: angekotzt vom laschen Strafsystem, aber so rechtschaffen, dass er es gegen die andeutungsweise faschistische Killer-Organisation aus den eigenen Reihen verteidigt, anstatt den einfachen Weg zu wählen.
Im Gegensatz zu vielen seiner Nachfolger ist Vanzinas Film phasenweise recht dialoglastig, um die herrschenden Seilschaften und Mechanismen zu erläutern. Dabei kommen auch röhrende Motoren, quietschende Reifen und ein paar nette Härten zu ihrem Recht. Enrico Maria Salerno und Mario Adorf in den Hauptrollen sind eh’ über jeden Zweifel erhaben. Erstaunlich gut ist aber die Leistung von Jürgen Drews, der extrem glaubwürdig den juvenilen Sadisten gibt. Für die Regie ist zwar Stefano Vanzina kreditiert, doch schien der hauptamtliche Komödienonkel phasenweise etwas überfordert zu sein mit diesem knochenernsten Thema. So scheint tatsächlich Produzent Roberto Infascelli viele Szenen inszeniert zu haben.
Der deutsche Titel dieses Streifens ist wieder mal 1a: Warum um alles in der Welt kann man sich nicht am Originaltitel – „Die dankbare Polizei“ – orientieren, anstatt so einen Stuss auszubaldowern?

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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