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Vengeance

Info

OT: 
Vengeance

AT:
Fuk sau (HK)
Vengeance – Killer unter sich

Jahr:
HK/F 2009
R: Johnnie To
B: Wai Ka-Fai
K: Cheng Siu-Kieung
M: Lo Tayu
D: Johnny Hallyday, Anthony Wong, Lam Ka Tung, Lam Seung

Quelle: TV (MDR)

 

Inhalt

Den ehemaligen Profiknipser und jetzt Pariser Restaurantbesitzer Françis Costello (Johnny Hallyday) ereilt ein Ruf nach Macao. Hier haben Unbekannte die Familie seiner Tochter Irene (Sylvie Testud) mit allerhand Großkalibrigem eingedampft. Lediglich Irene überlebt schwerverletzt. Am Krankenbett nimmt sie ihrem Vater das Versprechen ab, sie zu rächen.
Leichter versprochen als getan, denn Françis weiß nicht, wo er anfangen soll zu suchen: Erstmal kennt er in Macao keinen Schwanz, und die Hinweislage auf die Täter ist dürftig. Einziger konkreter Anhaltspunkt ist, dass Irene einem von ihnen das Ohr weggeballert hat. Doch dann kommt Costello der Zufall zu Hilfe. Denn justemang in seinem Hotel erledigen die drei Killer-Brüder Kwai (Anthony Wong), Chu (Lam Ka Tung) und Fat Lok (Lam Seung) einen Job, indem sie das ungetreue Ehegespons (Gwendolyn Cheng) des psychopathischen Gangsterbosses George Fung (Simon Yam) samt Lover (Lam Wai) verbleien.
Zwar wird Costello Zeuge der Tat, doch zwischen den Berufskollegen gibt es so etwas wie einen stillschweigenden Nichtangriffspakt. Schon am nächsten Tag nimmt Costello Kontakt zu den Dreien auf: Sie sollen die drei Mörder finden und tiefer legen. Die Brüder nehmen an, als ihnen Costello seinen ganzen Besitz überschreibt. Rasch gibt es eine erste heiße Spur, und die führt nach Hongkong. Aber Costello hat nicht viel Zeit: Aufgrund einer alten Kugel in der Rübe verabschiedet sich sein Gedächtnis nachgeradezu im Schweinsgalopp.

Zitate

Chu: „Wir sind ziemlich teuer.“

Françis: „Einem dürfte das linke Ohr fehlen. Meine Tochter hat es ihm abgeschossen.“ – Kwai: „Das dürfte es leichter machen.“

Kwai: „Ist nichts persönliches.“ (Wenig tröstlich vor dem Eingetütetwerden (Zwinkern))

Chu: „Was glaubt ihr, bedeutet Rache, wenn man sich an nichts erinnert?“

Die Kritik des Gunslingers:

Johnnie To, eines der Aushängeschilder des modernen Hongkong-Kinos, legte mit „Vengeance“ seine erste „West“-Kooperation vor. Der späte Zeitpunkt ist etwas erstaunlich, da Tos Streifen spätestens seit Ende der 1990er-Jahre auch in Europa, den USA und Kanada geschätzt werden.
Der Film bietet das angezeigte Potpourri an Actionelementen. Extreme Zeitlupen, lange Blutfahnen, die jeden Kugeleinschlag begleiten, sehr stylische Fotografie. Die Charaktere strahlen erst einmal Coolness von Reißbrett aus, Gesten stechen Dialoge. Gesprochen wird eh kaum. Geschwätzig zeigt sich allein Psycho Fung – schöne Performance von Hongkong-Star Simon Yam.
Doch diese Reißbrett-Coolness blättert immer mehr ab. Als die drei Brüder den Job für Costello übernehmen, einen Bruder im Geiste, entwickelt sich aus dem anfänglichen Arbeitgeber-Arbeitnehmerverhältnis heraus sehr rasch eine Art wortlose Freundschaft. Deren Balance verschiebt sich, je rasanter Françis verfällt. Braucht er anfangs nur die Polaroids anzuschauen, die er auf Schritt und Tritt anfertigt, um die Erinnerung festzuhalten, vergisst er irgendwann komplett, warum er sich an wem rächen will. Anstatt, dass die Brüder jetzt einfach den Lohn einstreichen und ihn seinem Schicksal überlassen, sorgen sie für seine heile Rückkehr nach Macao, wo sie ihn der Obhut einer Freundin übergeben. Und der Auftrag wird – Ehrensache – weiter verfolgt, zumal jetzt eigene Racheinteressen dazu kommen.
Sehr schön ist auch die Szene, in der sich die gejagten Mörder und der Costello-Trupp auf einem Picknickplatz begegnen, wo erstere mit ihren Familien speisen. Obwohl klar ist, was später passieren wird, plauscht man höflich miteinander, tauscht Kippen und Koteletts aus. Ist ja alles nix Persönliches. Kaum sind die Familien abgezogen, geht’s an die Großballerei. Fast schon ein Klassiker ist die Tatortbegehung durch Costello und die Brüder: Anhand der Spurenlage, die sofort in kurze Rückblenden einfließt, ergibt sich der Ablauf der Morde an Irenes Familie.
Außer dem Franzosen-Altstar Johnny Hallyday, waren an der Realisierung vor allem Mitstreiter aus dem To-Universum beteiligt. Das gilt nicht nur für Skripter Wai Ka-Fei, sondern auch für Komponist Lo Tayu. Der Cast listet ebenfalls Angehörige der To-Familie: So arbeiten insbesondere Anthony Wong, in Hongkong eine echte Macht, und Lam Suet immer wieder mit Johnnie To zusammen. Dessen Filme sind mir zugegebenerweis‘ nicht geläufig, so dass ich „Vengeance“ keiner vergleichenden Einordnung unterziehen kann. Hier geht’s also einmal mehr vor allem um den nackten Unterhaltungswert. Und so heißt es wieder mal: Thumbs up.

Rating: $$$$+

Splatter:

4/10

 

 

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