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Info

OT: 
Westworld

Jahr: USA 1973
R: Michael Crichton
B: Michael Crichton
K: Gene Polito
M: Fred Karlin
D: Yul Brynner, Richard Benjamin, James Brolin, Norman Bartold, Dick Van Patten

Quelle: TV (ARD)

 

Inhalt

In naher Zukunft... gibt´s Delos, den Vergnügungspark, der seinen Gästen per authentischer Architektur und täuschend menschlichen Robotern die totale Illusion eines Urlaubs im wilden amerikanischen Westen, dem alten Rom oder im düsteren Mittelalter bietet. Natürlich gegen eine ordentliche Stange Geld, aber das ist das einzigartige Vergnügen auch wert. So verspricht's zumindest die Werbung.
Peter Martin (Richard Benjamin) und John Blane (James Brolin), gut betuchte Geschäftsleute, wollen sich den exklusiven Spaß nicht nehmen lassen und buchen sich in den Wilden Westen ein. John ist Stammgast in Delos, dementsprechend mit den "Gepflogenheiten" vertraut; Peter dagegen traut dem Braten nicht so ganz.
Doch sind seine anfänglichen Zweifel dank der genialen Täuschung recht schnell verflogen, und spätestens nach einer amourösen Nacht im Saloon fühlt sich auch Peter pudelwohl im Park. Zur actionreichen Unterhaltung bietet der Western-Bereich zudem den passend programmierten Gunslinger (Yul Brynner), der zwar gerne eine dicke Lippe riskiert, aber letztendlich so eingestellt ist, auch gegen eingefleischte Waffenmuffel den Kürzeren zu ziehen.
In diese perfekte Welt mischen sich aber mit der Zeit kleinere Schönheitsfehler und technische Defekte, die zuerst nicht richtig eingeschätzt werden. Elektronisch gesteuerte Klapperschlangen fangen an zu beißen, und auch mancher Roboter reagiert etwas pampig gegenüber den Gästen. Als dann plötzlich ein Stromausfall in der Schaltzentrale den Park lahm legt, beginnen die Androiden ein violentes Eigenleben, sind nicht mehr zu kontrollieren, und auch die Sicherheitssysteme haben keinen Einfluss mehr auf das Geschehen im Park. Die Revolverheld-Lusche wird dank ihrer hochwertigen Elektronik zum tödlichen Terminator und heftet sich erbarmungslos an die Fersen der Besucher...

Zitate

Gunslinger: "Zieh, Bübchen!"

Die Kritik des Sargnagels:

Michael Crichton, seines Zeichens Spezialist für Techno- und SciFi-Thriller auf Leinwand und gedrucktem Papier, gelang mit Westworld ein Archetyp des "Androiden-Films". Yul Brynner als Gunslinger-Robot gibt schon eine ziemlich gute Blaupause für den zehn Jahre später erschienen "Terminator" von James Cameron ab, auch der Hang zu knackigen One-Linern scheint mir dahingehend übernommen worden zu sein. Natürlich hapert´s bei der Logik an manchen Ecken und Enden, das wird allerdings wie im fiktionalen Themenpark gut übertüncht. Mit den beiden Protagonisten steigt auch der Zuschauer in die Welt von Gestern; man hat teilweise wirklich das Gefühl, man schaut sich einen klassischen Western statt eines SciFi-Thrillers an. Benjamin und Brolin geben die glattgewichsten Businessmen, die mal schön die Sau raus lassen wollen, können aber gegen Yul nicht anstinken, der wie ein John Wayne auf Droge durch die Prärie marschiert.
Die Kamera von Gene Polito kommt mit einigen guten Effekten rüber, so z.B. die subjektive Sicht des Androiden, die verpixelt wie eine C64-Grafik. Toll, wie die Bereiche des Parks atmosphärisch unterschiedlich dargestellt werden, so z.B. der Kontrast des extrakühlen Steuerungszentrums mit der klinischen Einrichtung gegenüber den originalgetreu gestalteten Parkbereichen, die alle in warmen Farben gefilmt wurden.
Der Score von Fred Karlin hält sich dezent im Hintergrund und dient eigentlich nur zur Unterlegung der Atmo und als bedrohliche Geräuschkulisse.
Alles in allem eine sehr runde, innovative Veranstaltung, die Crichton einen Welterfolg bescherte und ein schwächeres Sequel mit Peter Fonda ("Futureworld - Das Land von Übermorgen") sowie die mir nicht bekannte TV-Serie "Beyond Westworld" nachfolgen ließ.

Rating: $$$$+

Splatter:

1/10