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Info

OT: 
Flic ou Voyou

Jahr: F 1979
R: Georges Lautner
B: Jean Herman, Michel Audiard
K: Henri Decae
M: Philippe Sarde
D: Jean-Paul Belmondo, Claude Brosset, Jean-François Balmer, George Géret

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

In Marseille werden Kommissar Bertrand und seine käufliche *hust* Gespielin hingerichtet. Der Mord an dem Kriminalen mit eindeutigen Verbindungen in die Unterwelt erregt Aufsehen und Hauptkommissar Stan Borowitz (Jean-Paul Belmondo) auf den Plan. Borowitz, genannt „Der Brillant“, ist die schärfste Klinge in der Polizei-Überwachungsbehörde. Diese wird nun tätig, da auch korrupte Beamte der Marseiller Polizei in den Bertrand-Mord verwickelt zu sein scheinen.
Borowitz legt sich also eine glaubhafte Gangster-Vita zurecht und startet als Antonio Cerutti, vorgeblicher Bruder der ermordeten Nutte, seine Undercover-Ermittlungen. Mit Geschick und einer gesunden Härte beginnt er, die beiden Marseiller Gangster-Bosse Archille Volfoni (Claude Brosset) und Theodore Musard (Georges Géret) gegeneinander auszuspielen: Er fängt Drogenkuriere ab, fackelt einschlägige Etablissements ab oder jagt sie in die Luft und schiebt’s der jeweils anderen Seite in die schmutzigen Schuhe.
Als aber auch die korrupten Bullen Ray (Luciano Stella) und Massado (Jean-François Balmer), die für Volofoni Drecksarbeit verrichten, hinter die wahre Identität „Ceruttis“ kommen, wird’s gefährlich. Nicht zuletzt für Borowitz’ Tochter Charlotte (Julie Jézéquel).

Zitate

Ihr wollt sicher fragen, wie spät es ist. Das kann ich euch sagen: Für euch Jungs schlägt's gleich 13.“ (Borowitz nimmt gleich ein paar Straßenräubern den Wind aus der Hose)

Die Kritik des Gunslingers:

Erster von einer Handvoll Filmen, die Georges Lautner („Nimm's leicht, nimm' Dynamit“) und Bébel miteinander realisierten. Was wir hier haben, ist ein unausgewogener Mix aus Komödie und hartem Polizei-Actioner, der zum Beispiel in den Gewässern von „Dirty Harry“ räubert, ohne im Entferntesten dessen Qualitäten zu erreichen.
Der Streifen beginnt recht stark im Stile eines Noirs und fährt auch an optischen Stilmitteln einiges auf, vom Splitscreen, Standbildern bis zur drastischen Vertuschungsaktion. Doch mit Auftreten Belmondos geht diese Linie nach einer Viertelstunde verloren. Der benimmt sich wie die Axt im Walde und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, obwohl sich Rainer Brandt deutlich zurückhält ;-). Danach findet der Film nie wieder seine Balance: Lupenreiner Klamauk, wenn etwa Borowitz dem coolen Musard die Hosen klaut, wechselt sich ab mit knallharten Morden und Gewalttätigkeiten. Uneinheitlich ist auch der Score von Philippe Sarde: Mal klagen Bebop-Trompeten gestopft und ungestopft in kleinem Ensemble; dann wiederum gibt’s kräftig klassisches Orchester mit starker Streicherfraktion auf die Ohren.
Die Actionsequenzen sind allerdings solide, und Freunde Belmondos, dem alten Knautschgesicht, kommen in jedem Fall auf ihre Kosten. Ein weiteres Manko: die öde Kurzzeit-Lovestory unseres Womanizers mit der gelangweilten Society-Dame Edmonde (Marie Laforêt) und Borowitz’ Töchterlein, das nur auftaucht, um sich entführen zu lassen. Da sorgt jeder saure Beaujolais primeur für mehr Aufregung im Gekröse.
Neben der Oneman-Show Belmondos bleibt für den Rest des Casts nur die Rolle als Stichwortgeber oder Watschenfutter. Mit Venantino Venantini und Luciano Stella spielen aber auch zwei gute Bekannte aus Bella Italia mit, und Michel Galabru ist diesmal als komplett unlustiger Marseiller Kommissar Grimaud zu sehen. Hierzulande bekannt wurde er nämlich als Chef von Louis de Funès
in den „Gendarm“-Filmen.

Rating: $$$

Splatter:

2/10