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Töte, Django

Info

OT:
Se sei vivere, spara!
AT:

Oro maldito (SP)
Oro hondo (SP)
Django – Leck Staub von meinem Colt
Django kill!

Jahr: I/SP 1967
R: Giulio Questi
B: Franco Arcalli, Maria del Carmen Román
K: Franco Delli Colli
M: Ivan Vandor
D: Tomas Milian, Roberto Camardiel, Milo Quesada, Francisco “Paco” Sanz, Piero Lulli

Quelle: DVD (X-Rated)

 

Inhalt

… und dabei hat der Tag mit dem erfolgreichen Ripp eines Yankee-Goldtransports doch so gut angefangen! Aber als es ans Teilen der Beute geht, verspürt Bandenchef Oaks (Piero Lulli) nicht die geringste Lust, seine mexikanische Partner am Geschäftsgewinn zu beteiligen: Anstelle von Goldstaub erhalten die Mexe also eine Ladung Blei mit anschließender Beerdigung im Wüstensand. Nur einer (Tomas Milian) von ihnen kann sich aus dem Grab befreien und wird von zwei Indianern aufgegriffen, die ihn in Null Komma Nichts wieder auf die Beine kriegen, um ihn fortan zu begleiten. Als besonderes Präsent gießen sie ihm zudem aus etwas gefundenem Beute-Gold eine Rutsche Kugeln für seine Wumme.
Währenddessen erreichen Oaks und seine Jungs einen verkackt zu nennenden Weiler, unter Indianern bekannt als „The unhappy Place“. Die Bewohner dort pochen auf Recht, Ordnung und den lieben Gott, misshandeln aber gleichzeitig Frauen, Kinder und Tiere aufs Schäbigste. Wortführer sind der Saloon-Besitzer Templer (Milo Quesada) und der örtliche Kramladenbetreiber Hagerman (Francisco Sanz), die rasch entdecken, um wen es sich bei den Neuankömmlingen handelt und welche Ladung die Jungs mit sich führen. Unter dem Deckmäntelchen der Gerechtigkeitsliebe, wird flugs ein Lynchmob aufgestellt, der ganze Arbeit leistet. Nebenbei sichern sich Templer und Hagerman das Gold.
Dann taucht auch noch der Fremde mit seinen beiden Begleitern auf, und schießt Oaks, dem letzten Überlebenden, ein paar güldene Löcher in den Balg, ohne ihn allerdings zu töten. Das verhindert nämlich Mr. Zorro (Roberto Camardiel), dem die ganze Umgebung gehört: Zorro will Oaks am Leben erhalten, da er noch einiges von ihm zu erfahren gedenkt. Aber als die Bürger entdecken, dass die im Leib steckenden Kugeln aus Gold sind, gibt’s kein Halten mehr: Der Mann wird umgehend und nahezu mit bloßen Händen ausgeweidet. Pech.
Doch immerhin kriegt Zorro spitz, was sich Templer und Hagerman, inzwischen ob der Teilung des Goldes total verfeindet, eingesackt haben. Nun strecken auch Zorro und seine schwarz gekleidete Schlägerbande die Händchen nach dem Banditengold aus. Mittendrin steht der Fremde, den jeder auf seine Seite ziehen, noch lieber aber endgültig loswerden möchte.

Zitate

Fremder: „Gold ist ein unfehlbares Mittel zu töten.“ (Stimmt in jeder Beziehung)

„Die bleiben hängen, bis sie in Stücken runterfallen. Bei uns herrschen Recht und Ordnung.“ (Bürger zum Fremden, der die Leichen der Banditen vom Galgen nimmt)

Zorro: „Bei einem fröhlichen Gelage das eigene Opfer im Auge zu behalten … Glaub mir, es gibt nichts Sinnlicheres und Aufregenderes.“

Fremder zu Flori (Marilu Tolo): „Sie sind von Grund auf schlecht. Wie ein stinkender, fauliger Kadaver.“

Hagerman: „Das Dorf muss gesäubert werden von Fremden, Hunden und Indianern.“

Die Kritik des Gunslingers:

Bereits wenige Tage nach dem Kinostart war dieser, Questis einziger, Western wieder aus den italienischen Kinos verschwunden. Dafür ausschlaggebend war nicht nur die Tatsache, dass sich der Streifen etlicher Härten schuldig machte, sondern auch, dass er vollgepackt ist mit Anspielungen politischer und religiöser Natur.
So verwöhnt uns Questi erstmal mit einer extrem rauen Gangart, die etliche auch recht heftige physische Brutalitäten vorhält. Angefangen von der brutalen Lynchjustiz an den Gringos über das buchstäbliche Zerreißen Oaks’ durch die goldgierigen Bürger bis hin zum ausführlich gezeigten Skalpieren eines der Indianer. Harter Tobak, zumal 1967. Außerdem enthält der Film in Gestalt des offen schwulen Zorro und seiner Truppe, die Templers Sohn, den jungen Evan (Ray Lovelock), durch Vergewaltigung in den Selbstmord treiben, eine Note, die man natürlich als homophob interpretieren könnte.
Das relativiert sich aber, da hier alles und jeder sein Fett wegkriegt. So etwa bürgerliche Gesellschaft und Religion, denn während Zorro und seine Killer keinen Hehl aus ihren Ambitionen machen, diese sogar offensiv vertreten, kaschieren die Bürger ihre Gier, ihren Rassismus, ihre Geilheit hinter einer Fassade von Anstand und Werten. Doch immer wieder fällt die Maske: So werden die Banditen in einem rohen Akt umgebracht; Templer opfert auf Betreiben seiner Freundin Flori für das Gold seinen eigenen Sohn und versteckt es anschließend vor Zorros Schergen in dessen Sarg; der Mob killt einen Indianer nur aus diesem Grund; Kinder dienen als Fußbänke, um nur einige Beispiele zu nennen. Das Gold, um das es hier allen außer dem Fremden geht, bringt keinem seiner temporären Besitzer Glück, sondern ausschließlich den Tod. Kann man als Kritik am Gewinnstreben um jeden Preis, ergo am Kapitalismus, werten, es aber auch genauso gut bleiben lassen (Zwinkern).
Interessant ist die Figur des Fremden: Zwar scheinen ihn die Indianer wieder hinzubiegen, doch lassen etliche Indizien auch den Schluss zu, dass er als lebender Toter zurück gekommen ist, seine Schuld zu büßen. So ist selbst mit indianischen Kräutern eine derart schnelle Wiederherstellung nicht zu bewerkstelligen; die Indianer fragen ihn immer wieder über seine Jenseits-Erlebnisse aus; die Kugeln, die Oaks aus nächster Nähe auf ihn abfeuert, scheinen ihn alle zu verfehlen; die Anzahl der Goldkugeln bestimmt seine Aufenthaltsdauer im Ort: Erst wenn alle Kugeln verschossen sind, darf er den Ort verlassen; er wäscht sich oft und intensiv die Hände.
Mal abgesehen vom manchmal für meinen Geschmack zu langsamen Tempo gibt’s an der Umsetzung wenig zu meckern. Die Darsteller sind allesamt auf der Höhe, insbesondere Roberto Camardiel, den wir eher als humorvollen Sidekick gewohnt sind, macht auch als Bösewicht eine gute Figur. Sehr fein ist der Score von Ivan Vandor, der zwar wenig Außergewöhnliches enthält, aber ein eingängiges Titelthema, instrumentiert hauptsächlich durch Gitarren und Streicher. Props von hier aus auch noch an die Kameraarbeit, die Questis Visionen adäquat und spaghettigerecht umsetzt.

Rating: $$$$+

Bodycount:

ca. 30 Gringos, ca 8 Mexikaner, 2 Frauen

Explizite Brutalitäten:

  • Oaks Leute lassen die Mexen ihr Grab schaufeln und erschießen sie kaltblütig
  • Kinder dienen im Ort als Fußbänkchen
  • Lynchmob: Die Banditen werden ertränkt, mit Gewehrkolben erschlagen, an den Füßen aufgehängt u.v.m.
  • Der Fremde pumpt Oaks voll Gold, ohne ihn zu töten. Das übernehmen wenig später die „braven Bürger“, die ihm das Gold mit bloßen Händen aus dem Körper reißen.
  • Vergewaltigung Evans durch die Zorro-Bande (wird allerdings nur angedeutet)
  • Die Dörfler skalpieren einen Indianer
  • Der Fremde wird von Zorros Gang gekreuzigt und hochnotpeinlich nach dem Gold befragt: Die anschließende „Folterszene“ mit allerhand Getier (Geckos, Fledermäusen etc.) ist allerdings eher putzig

Liebe:

Zwischen dem Fremden und Elisabeth, die als Gefangene gehaltene "verrückte" Gattin Hagermans, spinnen sich zarte Bande. Aber, mei, 's sind halt nur zarte und recht kurze ... 1/10

Splatter

5/10

Spezialitäten

  • Der Fremde benutzt aus Gold gegossene Revolverkugeln
  • Ein Pferd dient als lebende "geballte Ladung"


 

 

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