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Töte Amigo

Info

OT:
El Chuncho, quien sabe?
AT:

Quien sabe?

Jahr: I 1966
R: Damiano Damiani
B: Salvatore Laurani, Franco Solinas
K: Antonio “Tony” Secchi
M: Luis Enriquez Bacalov, Ennio Morricone
D: Gian Maria Volonté, Lou Castel, Martine Bestwick, Klaus Kinski

Quelle: DVD (Koch) Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Einst war der Banditen-Führer El Chuncho (Gian Maria Volonté) Mitstreiter des in den Bergen residierenden Revolutions-Generals Elias (Jaime Fernández). Mitte der Zehner Jahre des 20. Jahrhunderts ist „La Revolución“ so gut wie am Ende; so verbindet Chuncho sein nach wie vor revolutionäres Gedankengut mit gesundem Profitstreben. Er überfällt mit seiner Gang Armee- und Polizeiposten sowie Züge, um die so erbeuteten Waffen an den General zu verhökern. Nur ein Maschinengewehr konnte Chuncho zu seinem Leidwesen bis dato noch nicht einsacken.
Beim letzten Zugüberfall fällt den Mexikanern dann anstelle der so heiß ersehnten Gatling ein seltsamer Gringo namens Bill Tate (Lou Castel) in die Hände, der sich ihnen anschließt, da ihm in den Staaten angeblich der Galgen winkt. Chuncho frisst einen Narren am undurchsichtigen Tate, der der Gang alsbald tatkräftig uns skrupellos zur Hand geht. Doch in San Miguel, einem kleinen Weiler, der sich mit Hilfe der Banditen vom Großgrundbesitzer Don Felipe befreit hat, bei dem zudem endlich ein Maschinengewehr klargemacht wird, kommt es zum Zerwürfnis. Während Chuncho und sein Halbbruder Santo (Klaus Kinski) helfen wollen, San Miguel gegen die anrückenden Soldaten zu verteidigen, zieht der Rest der Gang auf Betreiben des Gringos weiter. Sie wollen endlich Bares sehen für die erbeuteten Waffen.
Da aber Chuncho Geldzählen manchmal mehr Spaß macht, als auf hoffnungslosem Posten auszuharren, lässt er San Miguel ebensolches sein und schließt sich seiner Truppe wieder an. Bei General Elias dann kann er zwar für die Schießprügel kassieren, doch gleichzeitig wird ihm die Rechnung präsentiert für San Miguel, in dem die Armee zwischenzeitlich ein Massaker angerichtet hat. Und auch Tate legt endlich die Karten auf den Tisch.

Zitate

Polizist zu Tate: „Ah, Americano. Kein Herz, aber Taschen voll Geld.“

„Freu dich endlich mal auf was, Niño. Du siehst immer aus, als hättest du ein Kruzifix verschluckt.“ (Chuncho zu Tate, der nahezu ohne Gesichtsregung durch die Botanik läuft)

Tate: „Man soll immer nur eines auf einmal tun, und zwar das, was einem am meisten einbringt.“

Die Kritik des Gunslingers:

Gerne möchten viele Rezensenten diesem Revolutionsstreifen des linksliberalen Damianis nur zu gerne eine mächtige antiamerikanische Tendenz unterstellen, in ihm ein Statement gegen die damalige US-Außenpolitik entdecken. Zwar könnte man dies an der einen oder anderen Stelle hinein interpretieren, doch Damiani selbst bestreitet eine derartige Intention.
Ihm geht es einmal darum, den ewigen Kampf arm gegen reich darzustellen am historischen Beispiel des revolutionären Mexiko mit seinen besonders krassen Gegensätzen. Dabei schlägt er sich zwar auf die Seite der Entrechteten, doch schuldig machen sich beide Seiten, die sich durch das „Auge-um-Auge“-Prinzip in einer Spirale der Gewalt gefangen halten.
Zum zweiten präsentiert der Film die Beziehung zweier Männer: Chuncho, der Mexikaner, trägt im Herzen zwar nach wie vor die Ideale der Revolution, für die er einst gekämpft hatte. So verschont er bei seinen Überfällen möglichst einfache Reisende und Bürger, während er die Polizei- oder Militäreskorten gnadenlos massakrieren lässt. Er unterstützt die unbewaffneten Peones im Kampf gegen die auch militärische Macht des Großkapitals. Doch ist er stets bereit, seine revolutionären Ideale fahren zu lassen zugunsten persönlicher Eitelkeiten oder der Aussicht auf Penunzen. Tate dagegen ist ein opportunistischer Söldner ohne Ideale, ohne Skrupel, der Menschen ausnahmslos als Erfüllungsgehilfen in Sachen Gewinnmaximierung einstuft und sie dementsprechend manipuliert. Lange bleibt sein eigentliches Ziel obskur. Als er dieses zum Schluss enthüllt, wird klar, mit welcher Präzision er von Beginn an darauf hinarbeitete. Nur einmal irrt er sich, als er nämlich glaubt, Chuncho im Sack zu haben, sich dieser ihm aber verweigert, indem der doch noch zu sich selbst zurück findet. Ein Irrtum, der ihn teuer zu stehen kommt.
Der Streifen ist nicht ganz frei von Längen, so dass ich ihm die Höchstnote versagen muss. Doch alles in allem ist’s ein großartiger, opulenter Spaghettiwestern, in dem mich vor allem die Leistung Gian Maria Volontés einfach nur begeistert hat. Lou Castel ist etwas ungewohnt, doch beeindruckend in der Rolle des zynisch-coolen Geschäftsmannes, was auch sein Outfit – schnieker, dreiteiliger Anzug mit Hut – unterstreicht. Bis in die Nebenrollen ist der Film gut besetzt, seien es Aldo Sambrell als Polizei-Leutnant mit Entscheidungsproblemen, Klaus Kinski als wohltuend unwahnsinniger Santo oder José Manuel Martin als einarmiger Gefolgsmann von Elias. Dieser, gespielt vom mexikanischen Charakterdarsteller Jaime Fernández, ist im übrigen weit davon entfernt einer der gern gesehenen, tobsüchtigen mexikanischen Operettengeneräle der meinetwegen Fernando-Sancho-Fraktion zu sein. Elias ist vielmehr ein kultivierter, gerechtigkeitsliebender und offensichtlich altruistischer Typ im Anzug: ein Ehrenmann auf der richtigen Seite. Eine schöne Kameraarbeit, ordentliches Gunplay und ein schöner Bacalov-Mex-Score runden nach oben hin ab.

Rating: $$$$+

Bodycount:

> 100 (bei rund 70 habe ich aufgegeben, den BC nachzuhalten ;-))

Explizite Brutalitäten:

  • Exekutionen von Peones und gefangenen Soldaten
  • Chunchos Leute ketten einen gefangenen Polizeioffizier als Blockade auf den Gleisen fest. Eine Befreiung seitens der Zug-Eskorte ist nicht möglich, da die im Hinterhalt liegenden Banditen jeden abknallen, der sein Versteck verlässt. Überrollen oder aufgeben?
  • Die Banditen killen jeden Polizisten und Soldaten, dessen sie habhaft werden können

Liebe:

Zwar interessiert sich die schöne Ardelita für den Gringo, doch der nur zweckgebunden für sie: 0/10

Splatter

1/10

 

 

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