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Pistole für Ringo, Eine

Info

OT: 
Una Pistola per Ringo

AT:
Una Pistola para Ringo (SP)

Jahr: I/SP 1965
R, B: Duccio Tessari
K: Francisco Marin
M: Ennio Morricone
D: Giuliano Gemma, Fernando Sancho, Antonio Casas, José Manuel Martin, Francisco Martinez Celeiro, Nieves Navarro

Quelle: TV (SWR)

 

Inhalt

Berufszyniker Ringo (Giuliano Gemma), genannt „Engelsgesicht“, tötet gerne, dreht’s aber immer so, dass am Ende die Diagnose „Notwehr“ lauten muss. Dennoch landet er kurz vor Weihnachten wieder im Knast, weil er vier Strolche, die ihm ans Leder wollten, eingedampft hat. Aber das Gesetz in Gestalt des wackeren Sheriffs Ben (Francisco Martinez Celeiro aka „George Martin“) kriegt Probleme: Der fiese Mexen-Boss Sancho (Fernando Sancho) sichert mit seiner Gang über die Grenze ein und macht die örtliche Bank klar. Leider kriegt der Dicke dabei einen verplättet, so dass die Bande samt Beute auf der befestigten Hacienda von Major Clyde (Antonio Casas) Station machen muss, auf der sie von des Sherifffs Mannschaft belagert werden.
Obwohl der Sancho-Mob morgens und abends jeweils eine Geisel, in der Regel arme Bauern, liquidiert, weigert sich der Sheriff nachzugeben und wartet auf die Armee, um zu stürmen. Bis dahin soll ein wackerer Held die Mexikaner infiltrieren und schwächen. Die Wahl fällt notgedrungen auf den eingeknasteten Ringo, der sich gegen eine Beteiligung von 30 Prozent plus Freispuch im Mordprozess dazu bereit erklärt. Nachdem er Sancho sogar das Blei aus dem Balg gesäbelt hat, gewinnt er das Vertrauen des Mex-Häuptlings, bis er seine Karten auf den Tisch legt: Für 40 Prozent erklärt er sich bereit, die Bande vor Eintreffen der Armee nach Mexiko zu bringen. Einen Fluchtplan hat er natürlich bereits im Köcher. Da der Sheriff mit geschickten Nadelstichen Sanchos Kohorten zunehmend dezimiert, sobald sie nur den Kopf irgendwo raushalten, willigen die Mexikaner erstmal zähneknirschend ein. Das dann alles anders läuft, ist aber man klar wie die besagte, nech.

Zitate

Ringo: „Man soll das Unheil nicht suchen, weil es von ganz alleine kommt.“ – Sheriff: „An die Gefahr, die den Geiseln droht, denkst du nicht?“ – „Nur an die Gefahr, die mir droht.“

Sheriff: „Worte, wie Anständigkeit, Ehrlichkeit oder Kameradschaft haben für so jemanden keine Bedeutung.“ – Ringo: „Nicht die geringste, Sheriff. Sie haben es gesagt.“

„Ich habe da so meine Prinzipien: Man soll in keine Sache einsteigen unter 30 Prozent.“ (Eines von vielen des erstaunlich prinzipientreuen Ringo)

„Nicht um Tote weinen, Chico, das bringt nichts.“ (Ringo „tröstet“ einen jungen Mexikaner nach einer Geiselerschießung.)

Ben: „Wir sollen sie alle töten??“ – Ringo: „Sheriff, was ist los? Sie jammern ja um die wie eine alte Frau. In dieser Welt kommt man mit Mitleid nicht weiter.“ (Ben würde die Mexe eigentlich lieber verhaften)

Die Kritik des Gunslingers:

Obwohl von der Optik her ganz klar noch dem US-amerikanischen Western verpflichtet, ist Tessaris gut fotografierter und geschnittener Film vom Geist her ganz klar Spaghetti. Dafür sorgt natürlich in erster Linie Giuliano Gemma in der Titelrolle, einem klassischen Charakter des Italowesterns: Zynisch, mordlustig, geldgierig und grenzenlos egoistisch versucht Ringo, stets das Maximale für sich und seine Schatulle rauzuholen. Das zwischenzeitliche „Weichwerden“, als er beispielsweise die Geiseln rettet, wirkt dabei eher wie ein Alibimäntelchen, vielleicht um den gutaussehenden, charmanten Unsympathen mit einem Restfünkchen Menschlichkeit und Ehrgefühl auszustatten. Immerhin nimmt er sich trotz aller „Gefühlsduselei“ schlussendlich wenigsten doch noch seine 30 Prozent.
Auch die Darsteller neben Gemma sind solide: allen voran Antonio Casas als liebeskranker Major, der Gangsterbraut Dolores (Nieves Navarro) hemmungslos anbalzt. Fernando Sancho und José Manuel Martin sind die dazu passenden Fieslinge, die zwar nicht allzu helle sind, aber glaubhaft Angst und Schrecken verbreiten. Ein paar üble, kreative Sadismen der Mexikaner gegenüber ihren Geiseln steigern noch den Spaghetti-Spaß. Außerdem stellt der Morricone-Score wieder mal allerbeste Ware dar: Streicherdominiert und mit Gitarren, Trompete sowie teilweise nur Soundwords intonierenden Chören aufgespritzt.
Der Film ist ein hervorragendes Beispiel, wie ein talentierter Regisseur mit dem richtigen Team trotz des offensichtlich begrenzten Budgets einen Genre-Klassiker schaffen kann.
Kurz darauf legte Tessari mit nahezu identischem Team den allerdings etwas schwächeren "Ringo kommt zurück" nach.

Rating: $$$$$-

Bodycount:

ca. 20 Gringos, ca. 20 Mexikaner, 2 Frauen

Explizite Brutalitäten:

  • Die Mexe lassen sich immer was neues einfallen, um zweimal am Tag eine Geisel vom Leben zum Tode zu befördern:
  • Russisches Roulette: Indio (Neno Zamperla) zielt nacheinander auf die Geiseln. Sein Colt ist natürlich nur mit einer Patrone bestückt
  • Erschießen via Rasierspiegel-Optik: Sanchos Morgenspaß
  • Opferroulette: Geiseln sitzen um einen runden Tisch, mit dem Rücken zur Mitte. Die Banditen setzen Kohle auf die einzelnen. Anschließend wird ein geladener und gespannter Colt auf den Tisch fallen gelassen. Gewonnen hat der, der auf das richtige Opfer gesetzt hat.
  • Ringo bekommt eine Abreibung durch die Mexe, die ihn des Doppelspiels verdächtigen. Das Resultat ist lediglich, dass sie noch mehr blechen dürfen für seine Dienste

Liebe:

Major Clyde macht Dolores den Hof. Zuerst war’s Berechnung, doch dann ward es Liebe; seine Tochter Ruby (Lorella de Luca = „Hally Hammond“) liebt Sheriff Ben, doch ist den gesamten Film über von ihm getrennt. Insgesamt: 3/10

Splatter:

1/10

Spezialitäten

Ringo ist Abstinenzler und trinkt nur Milch

 

 

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