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Hügel der blutigen Stiefel

Info

OT: 
La Collina degli Stivali
AT:

Boot Hill (international)
Zwei hau'n auf den Putz (Comedy Zweitsynchro)
Hügel der Stiefel (DDR)

Jahr: I 1969
R: Giuseppe Colizzi
B: Giuseppe Colizzi
K: Marcello Masciocchi
M: Carlo Rustichelli
D: Mario Girotti ("Terence Hill"), Carlo Pedersoli ("Bud Spencer"), Woody Strode, Lionel Stander, Luigi Montefiori ("Luca Montefiori"), Victor Buono, Glauco Onorato

Quelle: TV (ARD)

Weitere Daten und Infos zu "Hügel der blutigen Stiefel" in der SpencerHill-Datenbank.

 

Inhalt

Gunslinger und Edelstreuner Cat Stevens (Mario Girotti) gewinnt in Kingstonville beim Zocken den Claim von Goldschürfer Sharp. Kaum hat er die Besitzurkunde in der Tasche, hängt ihm auch die Gang des fiesen Finch (Glauco Onorato) an der Backe, die ihm äußerst bleihaltig auf den Pelz rückt. Finch ist die rechte Hand des noch fieseren Fisher (Victor Buono), seines Zeichens Großminenbesitzer und Bürgermeister, der gar sehr an den Claims der kleinen unabhängigen Schürfer interessiert ist. Wer sich dem Zwangsverkauf verweigert, wird von Finch mirnichtsdirnichts weg gesprengt.
Nach der gerade noch gelungenen Flucht vor Finchs Gang kommt der verwundete Cat zuerst bei der Zirkustruppe von Impressario Mimi (Lionel Stander) und Topartist Thomas (Woody Strode) unter, die ihn halbwegs wieder flott pflegt. Währenddessen streut Finch seine Männer in die Umgebung, um Cat aufzustöbern. Ohne Erfolg; daraufhin aber machen sich die gefrusteten Strolche beim Zirkus extrem unbeliebt, als sie den jungen John, einen Zögling von Thomas, aus reiner Willkür vom Trapez ballern. Thomas schwört Rache und stöbert den inzwischen wieder mal geflohenen Cat auf. Gemeinsam schliessen sie sich mit Cats Kumpanen aus früheren Abenteuern, dem muffig-gutmütigen Hutch (Carlo Pedersoli), zusammen, der noch den taubstummen Gesellen Baby Doll (Liugi Montefiori) mit "in die Ehe" bringt. Die dynamischen Vier machen sich auf zurück nach Kingstonville, um Fishers mörderischen Machenschaften endgültig ein Ende zu setzen...

Die Kritik des Sargnagels:

Dritter Teil der Cat Stevens/Hutch Bessy-Trilogie von Giuseppe Colizzi, das Gespann Girotti/Pedersoli besetzte wie üblich die Hauptrollen. Der beim Zweitling "Vier für ein Ave Maria" gestiegene Qualitätsstandard konnte schaderweis' nicht gehalten werden, budget-technisch dürfte man beim "Hügel" wieder auf Niveau des Erstlings "Gott vergibt - Django nie!" gelegen haben. Das merkt man vor allem bei den vielen Studioszenen in den gleichen Szenerien, Außenaufnahmen sind rar gesät und dann noch recht unspektakulär.
Inhaltlich baute man die in den Vorgängern eingeführten Zirkuselemente - Colizzi hatte offenbar ein Faible für Artisten und Komödianten - weiter aus und beeinflusste somit auch die späteren Werke von Parolini und Carnimeo. Die Atmo ist gegenüber "Gott vergibt..." und "Ave Maria" düsterer und findet meist des Nächtens statt; die Story ist allerdings recht dünn und wird auch durch die unterschiedlichen Handlungsmotive der Protagonisten nicht würzig. Es fehlt dem Streifen leider das Augenzwinkernde, das Hinterfotzige. Gunplay ist zwar vorhanden, aber nicht gerade prägendes Merkmal - Höhepunkte sind's zumindest keine.
Es gibt aber auch Positives, das den Streifen dann doch auf Schnitt hievt. Anzumerken sei hier der durchweg gute Cast. Victor Buono ist großartig als Bösewicht, der sich nicht die Griffel schmutzig macht; Lionel Stander gibt den Impressario herzlich aber unschleimig, Woody Strode hat seine übliche Rolle als tougher und schweigsamer Nebenrächer und Carlo Pedersoli merkt man endlich schon sowas wie schauspielerische Routine an und wirkt bei Dialogen auch nimmer so angestrengt. Selbst kleinere Nebenrollen wie in der Artistentruppe (z. B. Alberto Dell'Acqua, Neno Zamperla) oder der von Luciano Rossi verkörperte Kolonialwarenhändler kommen professionell.

Handwerklich versuchte man auch eine Menge aus den geringen Mitteln herauszuholen und dem Streifen einen zumindest individuelleren Anstrich zu verpassen. Hervorzuheben ist die Kameraarbeit von Marcello Masciocchi, der gerne mal in Schräglage draufhält und unkonventionelle Positionen besetzte.
Auch der Score ist größtenteils unüblich und beinhaltet neben klassischem Saloongeklimper und Zirkus-Geposaune auch cooljazzige Bassläufe mit Moog-Orgel-Gewummere, was der Atmo teilweise in den Nachtszenen schon etwas Sinistres verleiht.
Fazit: eine aufgepeppte altbackene Story, die durch solides Handwerk dennoch unterhält - gepflegter Durchschnitt. Der Stern von Spencer&Hill ging dann mit dem folgenden "Die rechte und die linke Hand des Teufels" von Enzo Barboni endgültig auf.

Kurze Sync-Info:

Die deutsche Kino-Ursynchro gilt als verschollen. Im Zuge der Spencer/Hill-Welle Mitte/Ende der Siebziger wurde der Streifen auf Brandtsche Weise als "Zwei haun auf den Putz" nachsynchronisiert, was natürlich dem Inhalt nicht gerecht wird. Glücklicherweise gibt's aber auch eine hochqualitative DDR-Synchro, die heutzutage als Grundlage für jegliche ernsthaften deutschen DVD-VÖs verwertet wird. Blöderweis hat man aber bei der ARD das stark geschnittene "Putz"-Bildmaster für die Neusync verwendet, das gegenüber der DDR-Fassung stark geschnitten ist. Kabel 1 kam später auf die glorreiche Idee, nicht die gesamte DDR-Tonspur aufzutreiben, sondern für ihre Integralfassung neu nachzusynchronisieren. Toll - insgesamt gibt es nun 4 deutsche Synchro-Versionen, das ist selbst für SpencerHill-Verhältnisse Rekord.
Verwirrt? Ich kann's nachvollziehen... der Rezi lag übrigens die geschnittene, ernsthafte ARD-Fassung zugrunde.

Rating: $$$+

Liebe:

Da weibliche Darsteller eigentlich nur unter den Komparsen aufzufinden sind, spielen Frühlingsgefühle überhaupt keine Rolle 0/10

Splatter:

1/10

 

 

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