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Info

OT: 
Dio perdone - Io no!
AT:

Gott vergibt - wir beide nie!
Zwei vom Affen gebissen
Tu perdonas - Yo no (SP)

Jahr: I 1967
R: Giuseppe Colizzi
B: Giuseppe Colizzi
K: Alfio Contini
M: Carlo Rustichelli ("Angel Oliver Pina")
D: Mario Girotti ("Terence Hill"), Frank Wolff; Carlo Pedersoli ("Bud Spencer"), José Manuel Martin, Gina Rovere

Quelle: TV (ZDF)

Weitere Daten und Infos zu "Gott vergibt - Django Nie!" in der SpencerHill-Datenbank.

 

Inhalt

Ein Zug voller Leichen trifft in Canyon City ein. Vom transportierten Gold im Wert von 300.000 Dollar fehlt hingegen jede Spur. Versicherungsdetektiv Dan (Carlo Pedersoli) glaubt, dass nur der Bandit Bill San Antonio (Frank Wolff) hinter dem Massaker stecken kann. Doch der ist eigentlich tot: vor zehn Monaten durch Django (Mario Girotti) verbleit, der ihn beim Duellieren in einer brennenden Pinte scheinbar endgültig unter die Radieschen geschickt hat.
Dan macht Django ausfindig, schließlich war der sinsitre Gunslinger der Letzte, der St. Antonio lebend in der Flammenhölle gesehen hat. Django wiederum hat sein eigenes Hühnchen mit Bill zu rupfen und empfindet die Anwesenheit des Versicherungsagenten als störend.
Die Hinweise verdichten sich, dass Bill seinerzeit seinen Tod nur inszeniert hatte, um diverse Kopfgeldjäger, das Gesetz und sonstiges Geschmeiß loszuwerden und sich  samt Gold und neuer Gang nach Mexiko abzusetzen.
Nach den üblichen anfänglichen "Kommunikationsproblemen", inklusive einer kräftigen Keilerei, merken Dan und Django schlussendlich, dass sie gegen den abgewichsten St. Antonio nur gemeinsam eine Chance haben...

Die Kurzkritik des Gunslingers:

Der Film aus dem Jahr 1967 kursiert in verschiedenen deutschen Schnitt- und Synchronfassungen, wobei ich die Jux-Version nicht gesehen habe. Die ernsthafte, trotz zahlreicher Schnitte noch recht brutale Version, bietet dank Ausstattung, Kameraführung und Darstellern Italo-Durchschnittskost auf gehobenem Niveau.
Bemerkenswert ist der Film jedoch vor allem wegen der Tatsache, dass hier das spätere Erfolgsduo "Spencer" & "Hill" das erste Mal aufeinander traf.

Die Kritik des Sargnagels:

1967 war ein gutes Jahr für den Spaghettiwestern; Leone hatte seine Dollar-Trilogie gerade durch, Corbucci landete kurz zuvor mit "Django" einen sagenhaften Überraschungshit - die Beiden hatten endlich die Grundfesten des Genres definiert und somit auch den anderen Weggefährten das nötige Rüstzeug zum Erstellen eines astreinen Italowestern spendiert.
Guiseppe Colizzi hielt sich auch brav dran und startete damit solide seine Cat Stevens/Hutch Bessy-Trilogie (nachfolgend "Vier für ein Ave Maria" und "Hügel der blutigen Stiefel") - der Beginn der fast 30 Jahre anhaltenden Kooperation von Mario Girotti und Carlo Pedersoli aka Terence Hill und Bud Spencer.
Bei der Story bediente man sich beim Muster "Drei Männeken auf der Hatz nach Gold", was auch immer wieder für kleinere Twists sorgt und die "Machtverhältnisse" unter den Protagonisten durcheinanderwirbelt.
Mit dem Exil-Amerikaner Wolff hatte sich Colizzi für den St. Antonio auf einen exquisit ausgebildeten Schauspieler festgelegt, der schon in "Ein Dollar zwischen den Zähnen" einen hervorragend brutalen Fiesling mimte. Eindeutig in der Horst Frank-Klasse, der Gutste.
Mario Girotti durfte vor "Gott vergibt..." zwar auch schon mal Wummen im Holster tragen, allerdings nur in den eher brav einzustufenden Karl May-Verfilmungen aus deutschen Landen und dem Top10-Trasher "Blaue Bohnen für ein Halleluja". Hier wirkt er noch ziemlich steif und gehemmt, das Good Guy-Image abzulegen und einen auf harten Mann zu machen. Wie die Geschichte zeigte... die Mischung brachte ihn ja dann zum Erfolg. ;-)
Der ehemalige italienische Rekordschwimmer und Weltenbummler Carlo Pedersoli hatte in "Die letzte Rechnung zahlst du selbst" schon einen kleineren Auftritt im Genre, hier durfte er sogar in einer Hauptrolle ran. Der bärbeissige, überstarke Typus wurde für ihn zum Markenzeichen, seine Vorstellung hier ist zwar nicht ausgereift, aber ziemlich solide. Witzigerweise konnte sich Colizzi natürlich eine kleine Schwimmszene in Anspielung auf Pedersolis sportlicher Vergangenheit nicht verkneifen.
Auch handwerklich hielt man sich an die Vorgaben der großen Sergios: die Kamera liefert feinst geschnittene Einstellungen, das ist schon teilweise Spitzen-Niveau was Alfio Contini einfing. Die massenhaften Stunts, Bösheiten und Shoot-Outs kommen dadurch effektiv und satt rüber, die Duelle orientieren sich mit wild geschnittenen Augenpaaren klar an Leones Meisterwerken. Offensichtlich gemopst, aber sauber gemacht.
Soundtechnisch ist´s zwiespältig. Die Spannungsszenen sind groovy untermalt und erzielen auch den gewünschten Effekt; bei den obligatorischen Landschafts-Reitszenen gibt´s dann aber wieder altbacken amerikanisch Inspiriertes und sogar manchmal an olle Peplum-Produktionen Erinnerndes.
Auch mir lag nur die ZDF-ausgestrahlte deutsche Kinofassung zugrunde, die allerdings gegenüber der rezensionsunwürdigen Comedy-Fassung "Zwei vom Affen gebissen" wenigstens dank ordentlicher Synchro und 14 (!) Minuten längerer Laufzeit Sinn, Härte und Handlungsverständlichkeit bietet. Inzwischen gibt´s aber auch schon eine nochmals 12 Minuten längere Fassung mit dazugeschnittenen, deutsch untertitelten Szenen der italienischen Ur-Version. Die dürfte die letzten logischen Ungereimtheiten der deutschen Kinoausstrahlung ausräumen.
Alles in allem: Gut geklaut ist oft besser als manch eigener untalentierter Hirnfurz. Schuster Colizzi blieb bei seinen Leisten treu und bekommt dafür ´ne ehrliche Wertung über dem Schnitt.

Rating: $$$ (GS) / $$$+ (SN)

Explizite Brutalitäten:

  • Django wird beim Verhör durch Bills rechte Hand Bud fast ersäuft. José Manuel Martín ist immer eine sichere Bank, wenn mal ein richtiger Fiesling benötigt wird, auch wenn er in der Regel den Abspann nicht erlebt.
  • Dan kriegt es, ans Kreuz geschlagen, knüppeldick mit dem Brandeisen. Da hat der gute "Bud Spencer" mal die Position mit den Grillhaxen vertauscht; ist aber trotzdem nie Vegetarier geworden

Liebe:

0/10

Splatter:

2/10