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Django - Die Totengräber warten schon

Info

OT:
Quella sporca Storia nel West

Jahr: I 1967
R, B: Enzo Girolami (“Enzo G. Castellari“)
B: Tito Carpi, Francesco Scardamaglia (Idee: Sergio Corbucci nach Will Shakespeare)
K: Angelo Filippini
M: Francesco de Masi
D: Andrea Giordana, Gilbert Roland, Horst Frank, Ennio Girolami, Ignazio Spalla (“Pedro Sanchez”)

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Johnny („Django“) Hamilton (Andrea Giordana) kommt nach zwei Jahren Bürgerkrieg in sein Heimatdorf zurück, um dort desolate Verhältnisse vorzufinden. Sein Vater ruht ermordet unterm Torf; Onkel Claude (Horst Frank) hat Johnnys Mutter Lana (Francoise Prévost) geehelicht und zehrt mit ihr auf einer amtlich eingerichteten Hacienda des Verblichenen Vermögen auf. Johnnys Ex-Verlobte Emily (Gabriella Grimaldi) ist zwangsvermählt mit Onkelchens Leibwächter Ross (Ennio Girolami), ihr Vater (Giorgio Sammartino) kraft Claudes Gnaden Sheriff des Weilers.
Alles nicht gut, denkt sich der gute Johnny und fängt an zu schnüffeln, um Näheres über Vatterns Ableben rauszukriegen. Die offizielle Version nämlich, die Onkel Claude gerne beim Whisky erzählt, stinkt wie ein Paar überstrapazierter Stiefel: Vater macht mit Mex-Banditen gemeinsame Sache, um einen fetten Goldtransport zu rippen, bescheißt die Mexe ums Gold, beißt dafür ins Gras, während Onkel Claude Rache nimmt und den Mex-Jefe Santana (Manuel Serrano) eintütet. Das Gold im Wert von 300.000 Dollar ist selbstredend verschwunden.
Da fast alle irgendwie vom Tod des alten Hamilton profitiert haben, ist das Interesse entsprechend groß, die Besitzstände zu waren. Glücklicherweis’ steht Johnny nicht ganz allein auf weiter Flur, sondern hat mit Horace „John“) (Gilbert Roland) einen väterlichen Freund zur Seite, mit dem zusammen er’s angeht, den Misthaufen umzugraben.

Zitate

Schausteller (John Bartha): „He! Sie können uns doch nicht auf den Leichen sitzen lassen! Buddeln Sie wenigstens ein, was Sie zusammengeschossen haben!“

Santana: „Für Gold tu’ ich alles. Dafür komm ich sogar aus dem Grab raus … das läuft ja auch nicht weg.“

Ross: „Mir geht der Arsch ganz schön auf Grundeis, und wie steht’s mit dir?“ – Gil (Ignazio Spalla): „Ich hab’ Durst und sonst nichts.“

Die Kritik des Gunslingers:

Na ja, Leute, ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit den Western Castellaris in diesem Leben nicht mehr so richtig warm werde. Nach meiner bisherigen Erfahrung aus beispielsweise „Leg ihn um, Django“ oder auch „Keoma“ meine ich festzustellen: Der Mann hat generell Probleme, einen Streifen achtbar über die Zeit zu bringen. Andersrum gesagt, einem starken Beginn folgt zum Ende hin früher oder später der Einbruch, so dass im Endergebnis zwar nie ein wirklich schwaches Werk steht, wohl aber ebenso wenig ein Spitzenprodukt.
So ist’s auch in Castellaris Version des Shakespeareschen Hamlet-Themas. Leider, Compadres. Die erste Hälfte ist wirklich ansehnlich geraten: Angefangen von der schön umgesetzten Traumsequenz gleich zu Beginn, in der Johnny den Tod seines Vaters vorherahnt, bis zum großartigen, mit Kerzen illuminierten Höhlenfriedhof, wo Johnny auf das Grab des Alten stößt. Hier hat sich Castellari auch die auf ein Rad gebundene Kamera ausgedacht, die auf Giordana fokussiert, während sie ihn zu umkreisen scheint. Atmosphärisch schön gelöst ist auch die Einführung von Claude und seiner Gattin: Hier streift die Kamera an einem riesigen Tisch mit den Resten eines üppigen Gelages vorbei, an denen sich ein kleiner Hund gütlich tut. That’s all, sagt aber alles. Später flacht’s dann schwer ab: Etliche Schlägereien, auf die ich eh nicht so kann, dazu zerfasert der Plot am Ende zu sehr in diverse einzelne Scharmützel: Santana vs. Claude, Horace vs. Sheriff, Johnny und Horace gegen Claudes Schergen, Johnny vs. Claude.
Also, ein am Ende zwiespältiger Eindruck auf hohem Niveau, so will ich’s mal nennen. Atmosphärisch dichte Szenen, wie die bereits erwähnten oder auch die Sequenz in der mit Theaterrequisiten vollgestellten Residenz Santanas wechseln sich ab mit eher weniger unterhaltsamer Action. Durchgängig gute Darsteller mit einem famosen Gilbert Roland und Horst „Blue Eyes“ Frank an der Spitze, eine schöne Kameraarbeit und ein wieder hochwertiger de-Masi-Score: eher gitarren- und streicherdominiert, wobei sich ab und an Bläser und Marimbas einmischen. Habe ich hier sogar Flamenco gehört ;-)?

Rating: $$$$-

Bodycount:

ca. 22 Gringos, ca. 24 Mexikaner, 3 Frauen

Explizite Brutalitäten:

Claudes Schergen kreuzigen Johnny an einem Andreaskreuz (mit der christlichen Symbolik hat’s der Enzo offensichtlich, siehe „Keoma“ ;-))

Liebe:

Zwischen Claude und Lana schwärt eine seltsame Leidenschaft: 1/10

Spezialitäten:

Feuchter Goldstaub macht Claudes Wumme unbrauchbar


 

 

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