Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Halleluja für Camposanto, Ein

Info

OT: 
Gli fumavano le Colt ... Lo chiamavano Camposanto

Jahr: I 1971
R:
Giuliano Carnimeo ("Anthony Ascott")
B:
Enzo Barboni (E.B. Clucher")
K: Stelvio Massi
M: Bruno Nicolai
D: Gianni ("John") Garko, William Berger, Christopher Chittell, John Fordyce

Quelle: TV (3 Sat)

 

Inhalt

Eine Gangsterbande kassiert Schutzgelder von den Ranchern im Städtchen Harlington. Rancher Red McIntyre (Bill Vanders) hat sein Widerstand zwei verkrüppelte Beine eingebracht. Jetzt lässt er seine in England aufgewachsenen Söhne George (John Fordyce) und John (Christopher Chittel) kommen, um ihm beizustehen. Doch anstatt der erwarteten „irischen Eichen“ entpuppen sich diese als verweichlichte Hipster, die ihre liebe Mühe haben mit dem Leben in Wild West. In dramatischer Selbstüberschätzung kündigen sie dazu noch die Schutzgeldzahlungen auf, was die Gegenseite naturellement très verschnupft hinterlässt. Ein zünftiger Krieg steht also ins Haus, in dem die McIntyres ziemlich alleine dastehen, da den anderen Landmännern gehörig die Hosen flattern.
Ein Fremder (Gianni Garko), in Banditenkreisen aufgrund seiner eindrucksvollen Abschussliste als Camposanto bekannt, hält sich zwecks Begleichung einer alten Schuld in der Gegend auf und rettet den Youngstern ein paar Mal den Arsch. Dazu lässt er sich breitschlagen, ihnen ein paar Grundfertigkeiten an der Knarre beizupulen. Wie die McIntyres auch, ist der Fremde dran interessiert, den im Hintergrund agierenden Drahtzieher der Schutzgeldbande zu enttarnen und unter den Torf zu bringen. So richtig kompliziert wird’s dann, als sich Camposantos alter Bekannter, der sehr dollar-affine Gunslinger „Der Graf“ (William Berger) in Harlington einfindet, ungeachtet des einst mit Camposanto getroffenen Abkommens „niemals aus dem selben Trog zu fressen“. Der Graf steht auf der Payroll der Gangster und soll Camposantos Schützlinge ausschalten. Diese wiederum rücken dem Big Boss unangenehm auf den Pelz, was bald zu bleihaltigen Aktivitäten führt.

Zitate:

John: „Ich habe gehört, in Harlington wütet eine Epidemie.“ - Totengräber (Gildo di Marco): „So ist es.“ - J.: „Was ist das für eine Epidemie?“ - T.: „Die furchtbare Seuche der Colts.“

„Ey. Jungs! Die Preisschilder solltet ihr abmachen.“ (John und George führen ihre frisch erworbenen Colts spazieren)

„Mein Vater war Mormone oder wie man sowas nennt, und meine Mutter war ein fabelhaftes Flittchen. Ich bin wohl nach ihr geraten.“ (Der Graf stellt sich kurz vor)

Der Graf zu seinem Auftraggeber: „Schon das Totenhemdchen an und dann auch noch handeln. Also ich finde das ein wenig schäbig.“

Die Kritik des Gunslingers:

Feine Italo-Komödie des auf ebendiese spezialisierten Giuliano Carnimeo, die das Genre auf die Schippe nimmt, ohne es dabei zu diskreditieren. So übernimmt Carnimeo nicht nur Handlungsmuster bekannter Originale, sondern auch ganze Einstellungen wie etwa die Eingangs-Saloonszene aus „Django" und setzt dabei neue humorvolle Akzente. Nett beispielsweise auch die Szene, in der Camposanto den mexikanischen Hilfskräften das Laden einer Schrotflinte erläutert: Während er den beiden Mexen noch erzählt, dass er das aus pädagogischen Gründen jetzt alles mal gaaaanz langsam zeige, lädt er das Teil im Zeitraffertempo.
Hervorragend auch das Ensemble, allen voran natürlich Garko mit einem "Sartana"-Ripp-Off und William Berger, die mit Spaß dabei waren. Gestandene Spaghetti-Kräfte wie etwa Ivano Staccioli, Nello Pazzafini oder Frederico Boido machen ihre Aufwartung auch in den Nebenrollen und alles von Stelvio Massi astrein ins Bild gesetzt. Herausragend ist der Score von Bruno Nicolai mit einem treibenden Titelthema, das mit Whistling, Chören und Kirchenglocken keine Wünsche offen lässt.
Dies alles kompensiert die atmosphärischen Schwächen des offensichtlich komplett in Italien entstandenen Streifens sowie einige für meinen Geschmack zu ausufernde Schlägereien. Abzüge gibt’s auch für die deutsche Synchro, die phasenweise überreißt.

Rating: $$$$

Bodycount:

ca. 35 Gringos, 1 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

Pedro (Ugo Fangareggi) und Chico (Raimondo Penne) befragen den Sheriff mithilfe von Wurfmessern über seine Stellung in der Schutzgeldbande

Liebe / Splatter:

0/10

Spezialitäten:

  • Camposanto führt einen kleinen Vierläufigen unter seinem Hut mit sich: Sartana lässt grüßen
  • Der „Graf“ nimmt seinen Whisky aus einem silbernen Falt-Becher ein, den er vor jedem Konflikt geräuschvoll zusammenschiebt. Außerdem besitzt er ein Zielfernrohr
  • Chico und Pedro stehen mit Feuerwaffen aller Art auf Kriegsfuß, sind aber Virtuosen mit dem Wurfmesser
  • Mithilfe eines entsprechend eingesetzten Bienenstocks praktiziert Camposanto erfolgreich die biologische Kriegsführung
  • Ein Taschenspiegel dient Camposanto als Zielhilfe für indirekten Beschuss
  • Eine rotierende Münze setzt anstelle beispielsweise einer Spieluhr die Zeit für den Shootout

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien