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Info

OT: 
Trinità e Sartana Figli di ...

Jahr: I 1972
R:
Mario Siciliano
B:
Adriano Bolzoni
K: Gino Santini
M: Carlo Savina
D: Alberto dell'Acqua ("Robert Widmark"), Harry Baird, Stelio Candelli, Ezio Marano, Beatrice Pella

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Der schwarze Ganove Trinidad (Harry Baird) und sein Kumpel Sartana (Alberto dell'Acqua) wollen die örtliche Eisenbahngesellschaft um die Lohngelder erleichtern. Gleiches versuchen Gangster Burton (Stelio Candelli) und sein Gspusi Maribel (Beatrice Pella), stellen sich aber so dämlich an, dass Trini und Sartana den Zaster mühelos einsacken können.
Trinidad, mit mitleidigem Herz und dank der hübschen Siedlerstochter Martha (Daniela Giordano)  mit mächtig dicker Hose, verplempert jedoch stantepede die Beute an die Siedler, damit die ihre Pachtaußenstände bei Burton berappen können.
Um selbst wieder zu Potte zu kommen, ziehen die beiden Schlitzohren deswegen die sattsam bekannte "Kopfgeldnummer" ab beim Dorfsheriff ab. Burton plant indes seinen nächsten Coup und will mit Hilfe des dümmlichen Mexicano-Banditen "Tiger" (Ezio Marano) einen für die mexikanische Regierung bestimmten Geldtransport kapern. Die schon wieder abgebrannten Sartana und Trinidad - ja, ja, die dicke Hose - strecken ebenfalls ihre gierigen Fingerchen danach aus.

Die Kurzkritik des Gunslingers:

Törööö: Hier ist er also, mein absolut heißer Anwärter auf den graupigsten Italowestern aller Zeiten. Mühelos reißen Regisseur Mario Siciliano und sein Drehbuchautor Adriano Bolzoni mit dieser Comedy aus dem Jahr 1972 auch die niedrigste Qualitätsmarke.
Das Duo Infernale ließ im gleichen Jahr noch einen Nachbrenner folgen, der hierzulande als "100 Fäuste und ein Vaterunser" herauskam - ebenfalls mit dell'Acqua in der Hauptrolle, allerdings mit Tarzan Ron Ely (Yieeek!) als Partner. Zumindest Bolzoni war auch an ambitionierteren Projekten beteiligt, wie Corbuccis "Il Mercenario". Siciliano hat im Thrillerbereich ab und an durchaus zu verkostende Ware abgeliefert und mit "Schweinehunde beten nicht" einen respektablen Western.

Die Kritik des Sargnagels:

Jau, für diese Lusche braucht man wirklich Beistand von ganz oben.  Kindergarten-Logik, talentfreies Overacting, Locations am Rande der Kiesgrube bzw. auf der Kuhwiese, spärliche Ausstattung, völlig überflüssige Szenen und Handlungsstränge, Drittverwertung von Uralt-Späßen vom Spaghetti-Flohmarkt - alles Zutaten, die in dieser Menge eigentlich nur der Großmeister des Italowestern-Trash Demofilo Fidani verkochte.
Um auch ja keine Spannung bzw. Zug in die Handlung zu bekommen, streute man auch noch die krude Love-Story zwischen Harry Baird und Daniela Giordano ein, die minutenlang zu Streicherschleim am Strand der Costa del Almeria in weißen Sonntagsklamotten einen Stehblues trampeln. Noch jedem eine Kerze in die Hand und wir könnten Konfirmation feiern. Hosianna.
Das Auffälligste an der Schnarchveranstaltung dürften die Klamotten der Protagonisten sein. Offenbar gab der Fundus nix mehr her, also bekam Baird einen rotweißen Ringelpulli und Dell'Aqua einen Wildlederkittel à la Davy Crockett. Zumindest hier zeigt sich der Film höchst individuell, wenn auch völlig deplaziert. Sieht aus wie beim Kinderkarneval in Süderbrarup und tötet jegliche Italowestern-Atmo klinisch rein und antibakteriell ab, sobald die beiden Kollegen ins Bild latschen.
Darstellerisch kann auch niemand was retten, dafür sind die Qualitäten der Herren Baird/Dell'Aqua einfach zu beschränkt. Zweiterer entstammt ja aus einer Artistenfamilie und hüpft und springt wie ein Feldkarnickel, aber wehe, er bekommt Dialog...
Apropos Dialog: Selbst die deutsche Synchro, die so mancher Graupe noch die Ehrenpunkte einspielte, zündet hier gar nicht und gleicht sich dem allgemeinen Niveau des Streifens an. Völlig verwirrend in der deutschen Fassung: aus dem im Original genannten Sartana wurde Trinidad (Harry Baird), und aus Trinità wurde eben jener Sartana (Dell'Aqua).

Zu Adriano Bolzoni sei noch gesagt: der Mann war ständiger Begleiter des Italowesterns. Von der ersten (Credits für "Für eine Handvoll Dollar" und "Minnesota Clay") bis zur letzten Minute ("Silbersattel") war er in etlichen Streifen des Genres als Schreiberling zu Gange und lieferte dabei auch das ganze Spektrum vom Klassiker bis zur Turbogurke ab. Die Siciliano-Streifen schmälern IMO seine Gesamtleistung in keinster Weise, fraglich nur: wie kam denn ein so erfahrener Mann denn nur auf einen solchen Schmarrn?
Fazit: hier gibts nicht mal mehr Gnadenpunkte für den Trash, weil einfach zu unlustig. Geschmacksnote "Knoblauch-Krokant".

Rating: $ (GS) / $ (SN)

Bodycount:

0 (!)

Explizite Brutalitäten:

Siehe Inhaltsangabe (Zwinkern)

Liebe:

2/10 - Harry Baird träumt zwar dauernd (und ziemlich auf den Senkel gehend) von einer romantischen Liebschaft mit Daniela Giordano, als er dafür aber endlich Zeit hat, gallopiert er mit seinem Spezi Dell'Aqua vom Acker. Aus den Augen, aus dem Sinn...

Splatter:

0/10