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Turistas - Mörderisches Paradies

Info

OT: 
Paradise lost 

Jahr: USA 2006
R: John Stockwell
B: Michael Arlen Ross
K: Enrique Chediak
M: Paul Haslinger
D: Josh Duhamel, Melissa George, Olivia Wilde, Desmond Askew

Quelle: TV (ZDF)

 

Inhalt

Als ein brasilianischer Überlandbus mitten in der Pampa einer Gruppe junger Surfer ausweichen muss, ist für das Vehikel Endstation am Fuße eines Abhangs. Die Passagiere überleben alle unverletzt, unter ihnen junge Touris aus den USA, Australien und England. Die machen sich miteinander bekannt, und da man wenig Lust verspürt, zehn Stunden auf den nächsten Bus zu warten, zieht die Gruppe auf der Suche nach Spaß und Bier gemeinsam los. Mit der erprobten Backpackerin Prew (Melissa George) in den Reihen, kann ja nüscht schiefgehen, zumal diese auch noch portugiesisch spricht.
Mit Erreichen eines malerischen Strandes inklusive Strandbar, scheinen sich dann auch zumindest die einfacher gestrickten Wünsche zu erfüllen: Sonne, Saufen, Kiffen; des Abends gibt’s dazu eine zünftige Strandsause inklusive – leider kostenpflichtiger - Knatterei mit einheimischen Schönheiten. Am nächsten Morgen erwachen die Gringos verkatert und völlig ausgeplündert am Strand. Ohne Kohle, Klamotten, Pässe und Orientierung begibt man sich zurück an die Unfallstelle und in das nahegelegene, elende Dorf. Doch weder ist in nächster Zeit ein Bus zu erwarten, noch ist die Bevölkerung zur Hilfeleistung bereit. Ein Auto oder einen Polizeiposten gibt’s natürlich nicht.
Dann entdecken die Touris im Ort auch noch einige der gestohlenen Gegenstände wieder, was zu zusätzlichen Reibereien führt. Glücklicherweise erbietet sich Kiko (Agles Steib), Partybekanntschaft vom Vorabend, die Gruppe zum *Hust* etwas abgelegenen Haus seines Onkels zu bringen, um in Sicherheit den in zwei Tagen avisierten nächsten Bus zu erwarten.

Zitate

Alex (Josh Duhamel): „Sprichst du spanisch?“ - Prew: „Man nennt das portugiesisch hier.“

„Haut ab! Er hat Pläne mit euch, und seine Pläne sind ziemlich umfangreich und pervers.“ (Zamoras OP-Schwester hat für die Gefangenen noch einen guten Tipp bereit)

Zamora (Miguel Inuardi): „Vielleicht fühlst du dich ein wenig besser, wenn du weißt, dass es für einen guten Zweck ist.“ (… tröstet auch nicht unbedingt, wenn’s einem an die Nieren gehen soll)

Die Kritik des Gunslingers:

Der Streifen reiht sich nahtlos ein in die Reihe der Filme, die eine Gruppe fotogener junger Menschen präsentiert, die die Blutmühle später am Laufen halten wird. Dennoch ist er weit davon entfernt, in handelsübliche Teenslasher- oder Torture-Porn-Klischees abzudriften. Für ersteres ist er zu sorgfältig gemacht, für letzteres ist er schlichtweg nicht blutig genug, obwohl das Thema „Illegaler Organhandel“ dafür sicher nicht ungeeignet gewesen wäre.
Dass vor und hinter der Kamera keine Anfänger zu Werke gingen, merkt man dem Streifen in jeder Sekunde an. Sorgfältig baut er Atmosphäre auf, die mit nahezu ungetrübter „Bacardi-Feeling-Stimmung“ beginnt, in die sich zunehmend Störungen einschleichen, ein ungutes Gefühl allmählich die Oberhand gewinnt. Anfangs wird die wachsende Bedrohung nur in den kurzen Szenen deutlich, die die finsteren Absichten und die Skrupellosigkeit der Schurken – noch fernab der ahnungslosen Partypeople - zeigen: Wenn etwa Chef-Operateur Zamora einem seiner Schergen aus nichtigem Grund einen Schaschlikspieß ins Auge rammt oder einem schwedischen Touri (Gustav Roth) beim Fluchtversuch die Hand in eine Machete gerät. Später dann haben wir ein lupenreines Bedrohungsszenario, in dem es augenscheinlich keine Hoffnung mehr gibt, weil jeder mit dem Bösen unter einer Decke zu stecken scheint.
Das Ganze kulminiert in einer wirklich bonfortionös gefilmten Verfolgungsjagd durch ein hauptsächlich unter Wasser zugängliches Höhlensystem. Die Darsteller sind zwar keine Anfänger, sagten mir allerdings auch nicht allzu viel. Alle liefern höchst solides Handwerk ab, sofern man dies bei den Anforderungen überhaupt sagen kann, denn letztlich ist hier nicht viel mehr zu tun, als die üblichen Stereotypen darzustellen.
Ungereimtheiten in der Charakterzeichnung, Überraschungsarmut – bereits nach rund zehn Minuten ist klar, wohin der Hase läuft - und ein herbei gezwungenes Finale stören nicht weiter, verhindern aber eine höhere Bewertung. Leider gerät so auch der durchaus interessante Ansatz Zamoras unter die Räder: Der will den steigenden Organbedarf westlicher Geldsäcke nicht mehr mit dem Gekröse armer Einheimischer befriedigen, sondern mit den Innereien vergleichsweise wohlhabender, junger Touristen.

Rating: $$$

Splatter:

4/10

 

 

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