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Vier Fäuste und ein heißer Ofen

Info

OT:
Carambola filotto... tutti in buca

Jahr: I 1975
R: Ferdinando Baldi
B: Ferdinando Baldi, Nico Ducci, Mino Roli
K: Aiace Parolin
M: Franco Bixio, Vince Tempera, Leonerbert
D: Paul L. Smith, Antonio Cantafora ("Michael Coby"), Remo Capitani, Piero Lulli, Pino Ferrara, Glauco Oronato, Gabriella Andreini

Quelle: DVD (Carol Media)

 

Inhalt

Die Streuner Butch (Paul L. Smith) und Cody (Antonio Cantafora) sind mal wieder wegen Störung des öffentlichen Friedens auf der Flucht vor der Staatsmacht. Nach tagelangem Ritt meinen sie, in einem verlassenen Geisterstädtchen endlich ausspannen zu können. Falsch gedacht, denn genau dieser verwaiste Weiler wird von einer Unions-Brigade heimgesucht, um dort eine neue Wunderwaffe auszutesten: ein Motorrad, auf dessen Seitenwagen eine Gatling Gun montiert ist. Nachdem ihnen die Pferde abhanden gekommen sind, mopsen sich Butch und Cody der Mobilität wegen den Stahlzossen und drehen eine Spritztour ins nächste bewohnte Kaff. Aufgrund ungeübter Fahrweise legen sie dabei sowohl die Konditorei von Mrs. Peabody (Gabriella Andreini) als auch die Sargmanufaktur des Totengräbers in Schutt und Asche und werden deswegen vom Sheriff (Pino Ferrara) zu Sozialstunden bei den Geschädigten verdonnert. Das klappernde Knatterding ist nun allerdings in aller Munde und weckt auch die Begehrlichkeiten des Ganoven Ward (Remo Capitani) und des Südstaaten-Rebellen Jim Ballermann (Glauco Oronato). Unabhängig voneinander löhnen sie für den Eisen-Wallach eine Anzahlung bei Butch und Cody, doch die Maschine ist längst wieder im Besitz der Nordstaaten-Armee...

Zitate

"Sowas Brutales hab ich mir schon lange gewünscht... ooooh!" (Gabriella Andreini steht auf S&M)

Die Kritik des Sargnagels:

Ferdinando Baldi gilt unter den Italowestern-Regisseuren als Spezialist für kuriose Stoffe, u.a. kurbelte er das Pseudo-Musical "Blaue Bohnen für ein Halleluja" und die außergewöhnlichen Tony Anthony-Streifen "Blindman" und "Time Breaker" ab. Mitte der 70er betraute man ihn mit dem Auftrag, aus den beiden Schauspielern Paul L. Smith und Antonio Cantafora eine Kopie des höchst erfolgreichen Duos Girotti/Pedersoli aka Terence Hill und Bud Spencer zu formen. War der Erstling "Vier Fäuste schlagen wieder zu" noch gerade mal genießbar, geht der Schuss beim Nachfolger sprichwörtlich in den "heißen Ofen".
Viel zu offensichtlich stinken die Epigonen gegen die Originale ab. Cantafora fehlt das Schelmische eines Mario Girotti und wirkt eher wie ein Großschwätzer vom Realschul-Pausenhof, Smiths Äußerliches und auch seine Mimik erinnern zwar schon sehr stark an Pedersoli; im Gegensatz zum Italiener scheint er aber ziemlich hüftsteif und hat bei den Kloppereien den Bewegungsradius eines Bierdeckels.
Doch nicht nur die Hauptprotagonisten setzen die Chose in den Sand, auch die Story und die Inszenierung liefern kaum bis gar keine positiven Aspekte. Humor kommt beim besten Willen keiner auf, auch die deutsche Sync will da nix retten, sondern passt sich dem Schnarch im Bild nahtlos an. Dass zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs der Verbrennungsmotor, geschweige denn ein fahrtüchtiges Seitenwagen-Motorrad noch nicht erfunden waren, fällt beim übrigen Schmarrn schon gar nicht mehr auf. Gedreht wurde zudem im Winter in den Wäldern und Fluren Mittel-Italiens, was jeglicher Western-Atmo abkömmlich ist.
Die Handlung besteht aus lieblos zusammgeschusterten Versatzstücken aus den originalen SpencerHill-Filmen, ein Gerüst ist nicht erkennbar. So zimmert man Smith eine ihm blind verfallene Jungfer (Gabriella Andreini) ans Schienbein (ähnlich wie bei "Der Dicke in Mexiko"), man schlüpft in die Rolle eines Generals, um eine Armee-Brigade zu übertölpeln ("Nobody ist der Größte") und Billard wird entgegen jeglicher physikalischer Gesetze gespielt (siehe "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle"). Letzteres wurde mit einer deftig verhunzten Stop-Motion-Technik umgesetzt, wie man sie eigentlich nur aus tschechischen Kinderserien à la "Pan Tau" oder "Luzi, der Schrecken der Straße" her kennt. Ray Harryhausen würde sich im Grabe herum drehen.
Lichtblicke gibt's nur in Details. Baldi zeigt, dass er Verfolgungsjagden zu Pferde hervorragend in Szene setzen kann (beeindruckte mich damit auch beim schon genannten "Time Breaker"); das Titelstück "Sky's Motor-Bike" des Komponisten-Trios Bixio/Tempera/Leonerbert (*hust - geiler Name!), interpretiert von der "Oliver Onions"-Rip-Off-Combo "Dream Bags" - selbst hier wurde frech plagiiert - wäre in einem "echten" SpencerHill auch nicht negativ ausgefallen. Dass die Schwarte gegenüber der italienischen Original-Fassung um zehn Minuten gekürzt ist, nehm ich in diesem Fall sogar als Pluspunkt wahr.
Cantafora und und Smith arbeiteten auf der selben Schiene noch in drei weiteren gemeinsamen Non-Western-Streifen mit unterschiedlichen Regisseuren (Parolini, Carnimeo) zusammen, das Ergebnis fällt für die beiden Uncharismatiker jedoch nicht besser aus.

Rating: $+ (Trash: $$$)

Bodycount:

Nullinger

Explizite Brutalitäten:

Zero

Liebe:

0/10 (Mrs. Peabody himmelt den dicken Butch an bis es nerrrrrvt)

 

 

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