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Info

OT: 
Les Temps des Loups
AT:

Tempo di Violenza
Strikers – Die eiskalten Profis
The Heist (Int.)

Jahr: F/I 1969
R: Sergio Gobbi
B: Sergio Gobbi, Georges & André Tabet
K: Daniel Diot
M: Georges Garvarentz
D: Robert Hossein, Charles Aznavour, Albert Minski, Virna Lisi

Quelle: VHS (Greenwood)

 

Inhalt

Schon als Kind war Robert (Robert Hossein) fasziniert von den Ami-Gangstern der 30er-Jahre. Als Erwachsener nun nennt er sich also nach seinem absoluten Helden „Dillinger“ und macht mit seiner Gang von sich reden. Brutale Banküberfälle und Juwelendiebstähle, die eigentlich nie ohne Tote abgehen, sind ihr Metier und treiben Kommissar Kramer (Charles Aznavour) und seine Sondereinheit an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Pikant: Kramer und „Dillinger“ waren in glücklicheren Klosterschultagen beste Freunde und wie Pech und Schwefel, bevor sich ihre Wege trennten.
Da auch Gangster ab und an mal einen Urlaub verdient haben, seilt sich Roberts Fähnlein Fieselschweif nach diversen Jobs aus dem eher ungemütlichen Paris nach Nizza ab. Natürlich nicht, ohne vorher noch eine Bank klargemacht zu haben. Schließlich muss ja die Urlaubskasse stimmen, und ins Casino will man ja auch noch. Doch Kramer kriegt einen entsprechenden Tipp von einem Informanten (Félix Marten), dem er - nicht ganz fein - mit dessen ablaufender Aufenthaltsgenehmigung die Daumenschrauben anlegt.
Der Commissaire erhöht nun die Schlagzahl, in dem er sich höchselbst in Nizza einfindet und den Hausdetektiven der großen Spieltempel ein Phantombild des Gesuchten unter den Rüssel hält. Robert, der sich allmählich zu alt fühlt für diesen Scheiß und dazu im Casino inzwischen die reizende Spielerin Stella (Virna Lisi) aufgerissen hat, will sich noch einen Coup gönnen, um mit dicker Hose in den Sonnenuntergang reiten zu können. Der Überfall auf einen prall gefüllten Geldtransporter soll dafür noch einmal rund 1,5 Millionen in die Gang-Kasse spülen. Aber wie heißt es so schön: Alles hat seine Zeit, und die von „Dillinger“ läuft allmählich ab.

Zitate

„Verschwindet, ihr Flaschen!“ (Kramer lobt seine Spezialeinheit)

Die Kritik des Gunslingers:

Sergio Gobbis Gangsterfilm folgt klassischen Pfaden: Der Gangster agiert aufgrund der abgelegten moralischen Werte die meiste Zeit aus einer Position der Überlegenheit heraus und düpiert die Bullen immer wieder. Dies ändert sich erst, wenn in die Gesellschaft zurückkehren will und dadurch Fehler macht oder weich wird, oft induziert durch Bekanntschaft zu einer Frau: Der berühmte letzte Coup geht dann halt zumeist schief. Auf der anderen Seite greift das Gesetz zu Gangstermethoden, indem etwa Informanten erpresst werden, und kann so deutlich aufholen.
Leider sind Gobbi die Figurenzeichnungen seiner Antagonisten und deren Beziehung zueinander ziemlich missglückt. Zum einen arbeitet er die eigentlich tiefe Verbindung von Gangster und Bullen nicht weiter aus: Zwar denken sowohl der zum Verbrecher gewordene Robert als auch Kramer, der schon in der Schule immer der Sheriff war, häufig an die Vergangenheit zurück, die ab und an in kurzen Schwarz-Weiß-Sequenzen lebendig wird. Doch letztlich agieren sie wie Fremde, wenn sich ihre Wege kreuzen. In diesem Zusammenhang fällt es beispielsweise schwer zu glauben, dass Kramer dabei schwächelt, ein aktuelles Bild seines Jugendfreundes zu beschaffen, selbst wenn der ihm bei ihren sporadischen Begegnungen nie sein Gesicht zeigt. Aber schließlich lebt dessen Mutter noch, bei der Robert auch noch große Teile seiner Moneten bunkert, was eigentlich die Polizei hätte mal spitzkriegen müssen.
Schwach ist generell die Anlage der Personen. So wird etwa Roberts Todesahnung, die ihn immer wieder in Form des immergleichen Traumes heimsucht, nicht vertieft. Diese Todesahnung ist schließlich ein Hauptmotiv, das ihn zu seinen kompromisslosen Coups treibt und für deren Einlösung er am Ende sogar einmal mehr bereit ist, einen sinnlosen Mord zu begehen. Fragwürdig bleibt auch Roberts tiefe Verehrung der ollen amerikanischen Gangster über eine Jugendschwärmerei hinaus.
Doch kommen wir zu den Aktivposten des Streifens, die vor allem in den beiden Hauptakteuren zu suchen sind. Denn sowohl Robert Hossein als auch Charles Aznavour kleiden ihre Charaktere glaubhaft aus, sofern ihnen das Buch dazu überhaupt die Möglichkeit gibt. Der Rest des Casts, einschließlich der wirklich schönen Virna Lisi, ist mehr oder weniger Stichwortgeber. In seinen Actionszenen geht der Film die rauere Gangart und spart nicht an Amno und Benzin ;-), was die gute Kamera entsprechend auf die Leinwand bringt.
Dazu setzt’s einen feinen Score, der von elektronisch verfremdeten Sounds über leicht-französische 6Ts-Orchestereinlagen inklusive Silben intonierender Sängerin bis zu Fuzzgitarre, Bläsern und Schmierorgel reicht.

Rating: $$$+

Splatter:

2/10

 

 

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