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Unverdächtige, Der

Info

OT: 
The Unsuspected

Jahr: USA 1947
R:
Michael Curtiz
B:
Ronald McDougall
K:
Woody Bredell
M:
Franz Waxman
D:
Claude Rains, Michael North, Joan Caulfield, Audrey Totter

Quelle: TV (BR)

 

Inhalt

Victor Grandison (Claude Rains), Kunstsammler, Autor und Hobbydetektiv, liefert als Moderator einer True-Crime-Radio-Show seinen Zuhörern regelmäßig angenehmen Nervenkitzel. Doch auch in Grandisons Umfeld gibt es – nun ja – in jüngster Zeit seltsame Todesfälle: So kam sein millionenschweres Mündel Mathilda (Joan Caulfield) bei einem Schiffsunglück ums Leben; seine Privatsekretärin Roslyn (Barbara Woodell) baumelte an einem Kronleuchter.
Groß ist die Freude dann auch nicht, als sich justamente am Geburtstag des Lebemannes ein gewisser Stephen Howard (Michael North) einfindet, der gleich sein Handgepäck zum sofortigen Einnisten am Mann führt. Howard, so behauptet dieser, hatte am Tag vor ihrem Ableben Mathilda noch geehelicht. Eine Geschichte, die nach Erkundigungen durch Grandisons Spezl, den Bullen Donovan (Fred Clark), wahr zu sein scheint. Als wäre das nicht schon genug, trudelt am nächsten Tag bereits ein Telegramm der doch untoten Mathilda ein, die ihr Kommen avisiert. Das passt weder ihrem Vormund Grandison, der bereits auf die Millionen spekuliert hat, noch dessen Nichte Althea (Audrey Totter), die zusammen mit ihrem Gatten Oliver (Hurd Hatfield) in Grandisons Butze residiert und nun Angst hat, wieder zweite Geige spielen zu müssen.
Als Mathilda heimkehrt, kann sie sich weder an Howard erinnern, geschweige denn an ihre Eheschließung, obwohl ihr Gatte dafür einen Zeugen nach dem anderen aus dem Hut zaubert. Tatsächliche Amnesie oder folgt der eloquente Lästling einem Plan, und wer hat den Bullen einen Hinweis gesteckt, so dass sie den Fall der strangulierten Sekretärin nun als Mord behandeln? Und es gibt weitere Tote.

Zitate:

Althea: „Victor ist der einzige Mann, der mein Blut zum Gefrieren bringen kann.“

Stephen: „Ich liebe Streichhölzer: Man braucht sie nicht aufzufüllen. Nach Gebrauch wirft man sie einfach weg – wie Menschen.“

Victor zum von ihm erpressten Press (Jack Lambert): „Mein Interesse an Ihnen ist rein klinischer Natur.“

Jane (Constance Bennett): „Entschuldigen Sie die Verspätung, aber morgens muss ich immer mehr Gesicht auflegen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Gerne und schnell schmeißt man dieses Thriller-Drama in die Schublade “Film noir“, die meiner Meinung nach allerdings nicht ganz passt. Richtiger wäre es, den Streifen als Thriller mit deutlichem Noir-Touch einzusortieren. Aber, irgendwie ist das auch Haarspalterei, ne?
Tatsache ist auf jeden Fall, dass wirkliches Noir-Personal rar gesät ist, genauso wie das Setting für meinen Teil zu klar ist. Da fehlt das Zerrissene und die eigentlich für den Noir charakteristische latent vorhandene Bedrohung, die Unsicherheit, hervorgerufen durch die zum größten Teil unklaren Beziehungen. Letzteres ist maximal angedeutet, wenn etwa das Good Girl Mathilda , irritiert vom für sie anfangs äußerst zwielichtigen Howard, zuerst aufs falsche Pferd setzt und erst im letzten Moment die Zügel rumreißt – und dabei hasse ich Reitsport ;-). Noir sind für mich Personen und Beziehungsgeflecht innerhalb des Grandison-Clans: Wie etwa Victor, der hinter seiner gutbürgerlichen Fassade weniger gutbürgerliche Pläne verfolgt und schon mal Informationen vor der Polizei zurückhält, nur um Ganoven zum Mitwirken an seiner Show zu erpressen. Oder die hungrige Althea, Audrey Totter einmal mehr als Femme fatale, die ihren Mann verachtet und aus Langeweile zugrunde richtet, nachdem sie ihn Mathilda ausgespannt hatte.
Noir sind zum Teil aber auch die Inszenierung und Ausleuchtung, wenn beispielsweise vor einem Hotelfenster die flimmernde Leuchtreklame so angeschnitten ist, dass nur noch das Wort „Kill“ blinkt. Oder wenn in Dialogen zwischen Totter und Caulfield das Gesicht der nicht so Guten immer im Halbschatten bleibt.
Aber all’ dies sind Versprechen, die der Streifen letztlich nicht einlöst, denn im Gedächtnis bleibt er als gut gespielter, aber eher mittelprächtiger Krimi mit einer wässrigen Liebesgeschichte. Hut ab vor Constance Bennett, der Stummfilmschönheit, deren Karriere zu der Zeit eigentlich schon lange im Eimer war: Als Victors zupackende und patente Assistentin haut sie in einer Tour coole One-Liner raus. Erstaunlich, dass die Karriere Michael Norths nach diesem Film abrupt endete. Bewährte Qualität lieferte einmal mehr Meister Franz Waxman, der mit einem punktstrahlenden Orchesterscore dabei ist.

Rating: $$$+

Splatter:

0/10

 

 

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