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Info

OT: 
L'Uomo senza Memoria
AT:
Der Mann ohne Gedächtnis
Puzzle

Jahr: I 1974
R, B:
Duccio Tessari
B:
Bruno di Geronimo, Ernesto Gastaldi
K:
Giulio Albonico
M:
Gianni Ferrio
D:
Luc Merenda, Senta Berger, Umberto Orsini, Bruno Corazzari

Quelle: DVD (Koch). Danke fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Acht Monate ist’s her, dass „Peter Smith“ (Luc Merenda), so der Name im Ausweis, nach einem schweren Autounfall in London sein Gedächtnis verloren hat. Alle Versuche, wieder Zugriff auf die Festplatte zu bekommen, schlagen fehl, bis eines Tages ein Mann, Philip (Manfred Freiberger), auftaucht, der ihn gleich mit einem ordentlichen Punch auf die Bretter schickt und barsch „die Ware“ zurückfordert.
Peter hat keine Ahnung, was los ist, erfährt aber immerhin, dass er in Wirklichkeit Ted Warren heißt, in Italien verheiratet ist und irgendwelche Leute kräftig beschissen hat; dann wird Philip auch schon von unbekannter Hand umgelegt. Ted reist nun nach Portofino, um seine dort lebende Frau Sara (Senta Berger) zu treffen und mehr über sich zu erfahren. Aber die ihm inzwischen entfremdete Gattin kann nicht weiterhelfen, da er ihr vor dem Blackout so gut wie nichts über seine Geschäfte erzählt hatte. Außerdem hängt sich ein weiterer Finsterling, der dauerverschnupfte George (Bruno Corazzari), an seine Hacken. Auch dieser fordert von Ted „die Ware“ oder alternativ den Gegenwert von einer Million Dollar: Eine Woche gibt er Ted nun Zeit, sich zu erinnern und die Dinge ins Reine zu bringen.
In winzigen Bruchstücken stellen sich dann doch zuerst zusammenhanglose Erinnerungsfetzen ein, die aber alles andere als optimistisch auf das zu erwartende Gesamtbild stimmen.

Zitate:

„Es ist besser, einen wie ihn zu verlieren als zu gewinnen.“ (Sara sieht den Gatten durchaus kritisch)

Ted: „Wer war ich wirklich? Ehrlich.“ – Sara: „Du warst ein richtiges Schwein.“ – T: „Darüber sind sich bisher alle einig.“ (Kommt wohl nicht von ungefähr)

„War es wirklich nötig, ihn zu töten?“ „Das ist eine Frage, die ich mir für eine Million Dollar nicht stellen würde.“ (Es gibt auch akustische Erinnerungsbrösel)

Die Kritik des Gunslingers:

Komplett unsleaziger Thriller von Genre-Spezialist Duccio Tessari, der für den Afficionado trotzdem einiges an Giallo-Elementen bereit hält. Der Film nimmt sich allerdings ein wenig viel Zeit, um in die Puschen zu kommen, weil er sich sehr ausführlich der Wiederannäherung von Ted und Sara widmet. Doch auch in den langsamen Sequenzen baut Tessari gekonnt unterschwellige Vorzeichen drohender Gefahr ein: der im Wind flatternde Vorhang, Blumentöpfe, die ein Fensterflügel von der Bank wischt, die Kettensäge, die der Gärtner nachlässig auf dem Tisch liegen lässt, die groß ins Bild gesetzte Startpistole bei einem Schwimmwettkampf. Im weiteren Verlauf, in dem George und seine Hintermänner den Druck auf das Ehepaar immer mehr erhöhen und Teds Erinnerung schrittweise zurückkehrt, wird die Gewalt dann durchaus handgreiflich. Dabei schafft sie einen schönen Kontrast zum lieblichen Fischerdorf-Idyll.
Die Schauspielerriege vom Franzosen Luc Merenda über Senta Berger und Umberto Orsini bis zum häufigen Schurkenkleindarsteller Bruno Corazzari ist perfekt. Dazu kommen ein guter Ferrio-Score und die sehenswerte Kameraarbeit.

Rating: $$$$

Splatter:

3/10