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Fünf Klumpen Gold

Info

OT: 
Tutti Fratelli nel West … per Parte di Padre

Jahr: I 1972
R, B:
Sergio Grieco
B:
Romano Migliorini, Giambattista Mussetto
K:
Aldo de Robertis
M:
Riz Ortolani
D:
Antonio Sabáto, Marisa Mell, Lionel Stander, Fernando Sancho

Quelle: TV (ARD)

 

Inhalt

Jonathan Poe (Antonio Sabáto), genannt „Jeepo“, lässt zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Wilden Westen den lieben Gott ’nen lieben Mann sein. Da fällt dem Lebenskünstler sozusagen das Glück in den Schoß. Ein alter Goldsucher (Franco Pesce), der das Ende seiner Tage nahen fühlt und von Poes schneller Kanone beeindruckt ist, schenkt diesem einen Klumpen Gold. Nicht ganz uneigennützig, denn der Riesennugget ist Teil einer insgesamt fünfteiligen Sammlung, die zusammen den Lageplan einer gut bestückten Goldmine ergibt. Der alte Goldsucher hat nun vier Klunker seinen ehemaligen Widersachern in die Hände gespielt, in der Hoffnung, diese mögen sich auf der Suche nach dem Kies selbst zerfleischen. Jeepo nun soll dann den Rest erledigen und dafür in Gottes Namen reich werden.
Aber Poe hat keine Lust auf das Spielchen, zumal er sich eh nix aus Zaster macht und die Konkurrenz sich als gewalttätig und skrupellos entpuppt. Als aber der Alte im Puff seinen letzten Ritt hingelegt hat, ist es für eine Rückgabe des Nuggets zu spät. Doch da taucht die fesche Lulu Belle (Marisa Mell) auf, Sängerin in nämlichem Bordell, die ebenfalls in den Besitz eines der Goldnuggets gekommen ist. Die Beiden besiegeln durch eine zünftige Knatterei eine Art Kooperationsvertrag und machen sich auf die Suche nach den weiteren „Teilhabern“. Und die lassen nicht lange auf sich warten.

Zitate:

Poe: „Das Wetter ist umgeschlagen. Hier wird’s gleich blaue Bohnen hageln.“

Lulu: „Mit der verkniffenen Fresse! Dir müsste man ein Klistier machen, damit du rennst.“ (Die Schöne versucht dem trägen Sheriff (Tom Felleghy) zu irgendeiner Aktivität zu animieren)

Lulu: „Wann hast du deinen Vater das letzte Mal gesehen?“ – Poe: „Das war vor vielen Jahren. Damals war er auf dem Weg in so’n kleines Nest. Boston.“ – „Boston? Das ist doch eine große Stadt.“ – „Ja, jetzt. Wo mein Vater da war.“

Die Kritik des Gunslingers:

Zu einer Genre-Parodie, als die sie uns der Vorspann verkaufen will, reicht’s zwar nicht, aber als milde augenzwinkernde Komödie hat der Streifen seine Qualitäten. Zwar überschreitet Sergio Grieco in seinem einzigen Italowestern immer wieder die Grenze zum Klamauk, doch insgesamt hält er sich recht wacker und kann sogar den einen oder anderen gelungenen Scherz verbuchen.
Einen richtigen Rhythmus entwickelt die Handlung um die begehrte Bonanza allerdings nicht. Zu sehr zerfällt der Streifen ins Episodenhafte, was in diesem Fall offensichtlich nicht gewollt ist. Wir beobachten Poe und Lulu dabei, wie sie einen nach dem anderen der Mitaspiranten aus dem Wege räumen, ohne dass diese anscheinend etwas miteinander zu tun haben. Ist einer der Konkurrenten aus dem Weg geräumt, steht – schwupps – der Nächste auf der Matte. Das verläuft überraschungsarm, ist aber dennoch nicht so langweilig, wie sich’s jetzt vielleicht anhört. Dazu trägt das erstaunlich opulent besetzte Ensemble bei, dem unter anderem Peter Carsten, Lionel Stander, Fernando Sancho, Franco Ressel oder Frederico Boido und Tom Felleghy angehören. Alles bewährte Kräfte also, die sich hier in unterschiedlich kurzen Auftritten die Klinke in die Hand geben und offensichtlich mit Spaß bei der Sache waren.
Hinzu kommt die technisch solide Umsetzung sowie tatsächlich ein paar Einfälle, die Spaß machen. So etwa die obligatorisch überfrachtete Ordensbrust Sanchos – einmal mehr als mexikanischer Banditen-Chef in Uniform – auf der Sabáto eine kleine Vibraphon-Einlage gibt. Überhaupt der Sabáto: Er trägt die Hauptrolle sozusagen als Wiedergänger von „Terence Hill“ oder „Schorsch Hilton“ und macht seine Sache gut.
Für einen Beitrag aus einer Zeit, da das Genre kräftig dabei war, sich mit einer Flut unterklassiger Komödien selbst abzuschaffen, geht das Ding in Ordnung. Vielfach zusammengeklaut zwar, aber von Streifen dieser Kategorie erwartet man halt auch nix Innovatives.

Rating: $$$

Bodycount:

ca. 9 Gringos

Explizite Brutalitäten:

Nada

Liebe:

Poe und Lulu sind nicht nur Geschäftspartner: 2/10

Splatter:

0/10

Spezialitäten:

  • Poe kaut zumindest anfangs in einer Tour höllenscharfe Pfefferschoten
  • „Washington“, Poes treuer Zossen, hört aufs Wort und ist öfter mal As im Ärmel

 

 

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