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Nero – Hass war sein Gebet, Il

Leider kein Trailer!

Info

OT:
L’Odio é mio Dio

Jahr: I/D 1969
R, B: Claudio Gora
B: Vincenzo Cerami, Pier Giovanni Anchisi, Werner Hauff
K: Luciano Trasatti
M: Pippo Franco
D: Luciano Stella (“Tony Kendall”), Carlo Giordana, Herbert Fleischmann, Venantino Venantini

Quelle: VHS (Toppic)

 

Inhalt

Im Weiler Big Springs hat eine unheilige Dreifaltigkeit aus Finanzwesen, Rechtsprechung und Wirtschaft das Sagen und alle Fäden in der Hand: Banker Carter (Herbert Fleischmann), Richter Smith (Gunther Philipp) und Großgrundbesitzer Field (Alex Dane) nehmen sich das, wonach ihnen gerade der Sinn steht und packen noch ein halbseidenes Deckmäntelchen der Legalität drüber.
Das muss auch ein armes Würstchen namens Kearney erfahren, dem die „Ehrenwerten Drei“ kurzerhand einen Mord anhängen und ihn zum Tode verurteilen, damit Field das Grundstück des Unglücksraben einsacken kann. Doch dieser durch den Smith’schen Urteilsspruch abgesegnete Lynchmord läutet das Ende des Honoratioren-Terrors ein.
Rund zehn Jahre später taucht nämlich Vincent Kearney (Carlo Giordana) in der Stadt auf, der den Mord an seinem älteren Bruder als Junge mit ansehen musste. Und Kearney ist nicht gekommen, um das Heilklima von Big Springs zu genießen. Im Schlepptau Kearneys treibt sich dazu Il Nero herum, ein namenloser Fremder (Luciano Stella), der ebenfalls nicht zimperlich ist und überaus schnell mit dem Schießeisen. Bald schon wird die Luft in Big Springs so ungesund, dass den Honoratioren gehörig die Hose flattert angesichts ihres absehbaren Schicksals. Sie engagieren den Killer Sweetey (Venantino Venantini) und seine Gang, um die Rächer endlich einzutüten.

Zitate

Field: „Natürlich bin ich scharf auf das Grundstück, aber es passt mir nicht, dass der Boden mit seinem Blut besudelt wird.“ – Carter: „Gedüngt, mein lieber Field, gedüngt.“

Die Kritik des Gunslingers:

Mit seinem ersten und einzigen Italowestern als Regisseur serviert Claudio Gora ein beachtenswertes, wenngleich nicht rundum gelungenes Schrägwerk. Die vergleichsweise konventionelle Rachegeschichte als Vehikel reichert das Skript an mit einer breiten Mischung aus Psychopathen unterschiedlichster Ausprägung, die sich kompromisslos und mit einer gesunden Härte gegenseitig an die Wäsche gehen. Beobachtet wird dies von einer häufig aus der Hand geführten, oft subjektiv eingesetzten Kamera, während ein eigenwilliger Score des Musikers und Schauspielers Pippo Franco begleitet, der alles anbietet vom Orgel-Blues bis hin zu fröhlichem, New-Orleans-inspiriertem Jazz.
Der Streifen übersteigert die genreüblichen Manierismen bis ins Absurde. Angefangen vom wortkargen Rächer – die beiden Hauptfiguren sprechen nicht ein Wort – bis zum abschließenden Duell zwischen Sweetey und Il Nero. Passend dazu führt Nero als Gefährten ein Schoßhündchen mit, dessen Belästigung zum umgehenden Ableben des Tierbelästigers führt, wie beispielsweise Luciano Rossi in einem bemerkenswerten Psycho-Kurzauftritt feststellen muss, den er mit einem dritten Auge auf der Stirn beendet. Das Buch verweigert jede Erklärung, bietet damit Raum zum trefflichen Fabulieren an, denn beide Hauptfiguren umgibt eine Aura des Übernatürlichen, denen Gewehrkugeln nichts anzuhaben scheinen. Vergleichsweise konkret lässt sich dagegen, wenn man will, eine gewisse Kapitalismus-Kritik hineinlesen.
Claudio Gora, dessen Frau Marina Berti und jüngster Sohn Carlo Giordana hier mitwirken, hat sich beim Skript auf Profis des Ungewöhnlichen verlassen. Sowohl Cerami als auch Anchisi arbeiteten als Team beispielsweise mit Ferdinando Baldi zusammen, etwa bei „Blindman“ oder „Seine Kugeln pfeifen das Todeslied“. Darstellerisch macht insbesondere Herbert Fleischmann wieder mal eine gute Figur, während im Hintergrund neben dem erwähnten Rossi Bekannte wie Herbert Fux oder Luis Induni als potenzielle Bleifänger mitmischen.
Atmosphärisch bietet der Streifen dagegen italienischen Laubwald, und auch die Schnitte wirken nicht immer sinnig. Aber das mag an der gekürzten VHS-Fassung liegen.

Rating: $$$+

Bodycount:

ca. 26 Gringos

Explizite Brutalitäten:

  • Drei Schergen schlagen Vincents Bruder übel zusammen, nachdem sie ihn in
  • eine Zwangsjacke gesteckt haben. Noch bewusstlos wird der Kollege gehängt.
  • Ein Tunichtgut (Herbert Fux) schießt einer „Lady“ (Marina Berti) aus Daffke zwischen die Beine
  • Auch Vince und Nero agieren nicht zimperlich: Das Niederreiten von Gegnern zählt genauso zum Repertoire wie der gezielte Schuss ins Kreuz, nach entsprechender Wartezeit, versteht sich
  • Ein paar Schergen hängen Nero an die Decke und foltern ihn mit brennendenFackeln
  • Banker Carter muss sich das Schönste kopfunter hängend ansehen. Nicht schön, Freunde, oh nein.
  • Als sein Hund nicht hört, brennt ihm Nero ein (noch) nicht-letales Loch in den Pelz

Liebe:

Wie meinen? 0/10

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

  • Vincent ist perfekt mit dem Wurfmesser
  • Neros Begleiter ist ein Schoßhund

 

 

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