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Kung Fu – Die Karateteufel

Info

OT: 
Chou

AT:
The Avenger

Jahr:
HK 1972
R: Florence Yu Fung-Chi („Yu Foon-Chi“)
B: Fung Ming Group
K: nicht kreditiert
M: diverse (u.a. „Theme from Shaft“)
D: Chia Ling (“Kar Ling”), Peter Yang Kwan (“Yang Chun”), Li Ying, Sit Hon

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betreiben die Brüder Fan (Yang Chun) und Chao (Wong Yeuk-Ping) einen schlecht gehenden Straßenimbiss in Shanghai. Nicht nur die Geschäfte gehen miserabel; zu allem Überfluss müssen die beiden Gastronomen auch eine Mörder-Pacht an den Syndikatsboss Yang (Li Ying) entrichten. Yang ist einer der mächtigsten Paten Shanghais mit dem üblichen bunten Strauß an gewinnbringenden Geschäften im Portfolio, also Glücksspiel, Rauschgift, Nutten, Mietwucher, Schutzgelderpressung und dergleichen mehr.
Fan, der nicht nur mit soliden Kung-Fu-Kenntnissen strunzen kann, sondern auch ausnehmend gerechtigkeitsliebend ist, fängt nach Zwangsaufgabe des Imbisses an, Yang schwer auf die Nüsse zu gehen. Er vermöbelt dessen Schergen und stört auch sonst kräftig die geschäftlichen Kreise der Gangster. Doch Yang bekommt ein weiteres Problem: Die kampferprobte Ma-Sippe hat ihm Haue angedroht, da er deren Familienhaupt eingedampft hat. Insbesondere Mas Schwester Su Chen (Kar Ling) ist eine zu Recht gefürchtete Kung Fu-Kämpferin.
Die Situation verschärft sich, als Yang irrtümlich Fangs ganze Familie inklusive Brüderchen Chao eintüten lässt, in der Annahme, es sei die Ma-Sippe. Nun es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der jetzt ebenfalls rachedürstende Fang und Su Chen zu einer schlagkräftigen Allianz zusammenfinden.

Zitate

Scherge zu Yangs bestem Kämpfer (Lam Yau-Chuen ): „Du machst ein bisschen viel Wind mit deiner Hühnerbrust.“

Su Chen zum Sargmacher: „Meister, ich brauche zwei Särge. Ich zahle bar.“

Yang: „Die Leiche deines Bruders schwimmt längst im Fluss. Was machst du also mit dem zweiten Sarg?“ – Su Chen: „Ich schneid’ dich in zwei Stücke und verteil’ dich auf beide.“ – „In höherer Mathematik bist du also auch bewandert.“

Die Kritik des Gunslingers:

Rauer, kleiner Actioner, den Regisseurin Florence Yu Fung-Chi innerhalb von 18 Tagen für das kleine Hongkonger Indie-Studio Fung Ming realisierte. Insgesamt saß die gute Florence bei fünf Streifen auf dem Regiesessel, die sie allesamt innerhalb der Fung-Ming-Familie inszenierte und zumeist auch produzierte.
Betrachtet man Ausstattung und Sets, spielte hier Geld keine Rolle: Es war nämlich offensichtlich kaum was da. Und da budgetgesteuerte Geschwindigkeit bekanntlich keine Hexerei ist, sondern eine Frage von Organisation und auch Talent, ließ Florence ordentlich das Gaspedal durchtreten. Der Streifen ist trotz knappster Mittel und des Zeitdrucks, bei dem nahezu alle ersten Takes genommen werden mussten, unterhaltsam geraten. Hier gibt’s keine großartigen Charakterisierungen: Wir erfahren über die positiven Figuren nur das nötigste; die Schurken bleiben komplett schablonenhaft und ausreichend tumb,um ordentliches „Kanonenfutter“ abzugeben. Logik ist ebenfalls Ballast, der im Zweifelsfall nur Geld und Zeit kostet. So geht’s letztlich darum, ein paar derbe Kampfszenen mit etwas Rahmenhandlung zu ummanteln, die mit den Stichworten Rache und Good vs. Evil ausreichend umschrieben ist.
Der Film schnurrt gut durch; die Kampfszenen, insbesondere der letzte Showdown, gehen mit Beil-Messereinsatz und Säurepulver in die Vollen und sind durch die unmittelbare Kamera adäquat eingefangen. Die Musik ist natürlich nicht original, sondern unter anderem das Wah-Wah- und bläserbefeuerte „Theme from Shaft“, was zusätzlich zum zwischenzeitlich deutlich gealterten Filmmaterial eine schön schmutzige 70er-Jahre-Atmo hervorruft. Deutlich wird auch hier, wie eng verwandt Spaghettiwestern und Martial-Arts-Kino doch sind. Kameraführung, Figurenzeichnung und Storyline weisen mehr als eine Parallele auf.
Auffällig ist, dass der Streifen, obwohl offensichtlich eine Billigproduktion, sorgfältig und professionell synchronisiert wurde. So hört man beispielsweise Klaus Kindler auf Peter Yang Kwan, und auch sonst sind bekannte Stimmen im Einsatz.
Schlagt mich, aber ich gebe hier:

Rating: $$$$

Splatter:

3/10

 

 

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