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Info

OT:
Touch of Evil

Jahr: USA 1958
R, B: Orson Welles
K: Russell Metty
M: Henry Mancini
D: Charlton Heston, Orson Welles, Joseph Calleia, Janet Leigh

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Mike Vargas (Charlton Heston), hohes Tier der mexikanischen Drogenfahndung, befindet sich mit seiner Gringo-Gattin Suzy (Janet Leigh) gerade im mexikanisch-amerikanischen Grenzkaff Las Robles, als auf amerikanischer Seite eine Autobombe explodiert. Erwischt hat es den reichen Bauunternehmer Linnekar und seine Freundin, eine Nachtclubsängerin, die justamente von einem Trip nach Mexiko zurückkehrten.
Mit den Ermittlungen beauftragt wird Captain Hank Quinlan (Orson Welles), eine lebende Legende mit sagenhafter Intuition, Erfolgsquote und enormem Einfluss im Grenzland. Da die Bombe offensichtlich in Mexiko platziert worden war, wird Vargas als Beobachter zugeteilt. Sehr zum Missfallen des rassistischen US-Bullen, der dem Kollegen nicht oft genug seine Geringschätzung und Verachtung zeigen kann. Bald schon hat Quinlan einen Verdächtigen am Haken: einen Mexikaner (Victor Millan), Freund von Linnekars Tochter (Joanna Moore), und von diesem zudem gefeuert.
Vargas, der nicht an die Schuld des Jungen glaubt, entdeckt, dass Quinlan gerne schon mal „Beweise“ platziert, um seine Fälle rund zu machen. Der fühlt sich vom straighten Mexikaner zunehmend in die Enge getrieben, kann aber noch auf sein Standing bei den örtlichen Behörden bauen. Dennoch tut sich Quinlan mit dem lokalen Mexen-Gangster „Onkel“ Joe Grandi (Akim Tamiroff) zusammen, der Vargas ebenfalls loswerden möchte. Und gemeinsam bauen die Beiden dem Ehepaar Vargas eine schöne Vita zusammen, die sich um Drogensucht und organisiertes Verbrechen dreht. Aber Vargas steht nicht mehr allein und greift den Fehdehandschuh auf. Selbst als Suzy fast nackt von der Sitte aufgegriffen und unter Mordverdacht eingebuchtet wird, lässt sich Vargas – ganz Bluthund – nicht mehr von seinem Weg abbringen.

Zitate

Vargas: „Captain, Sie werden mit mir keine Schwierigkeiten haben.“ – Quinlan: „Darauf können Sie Gift nehmen.“

Quinlan: „Casey, gehen Sie mit. Vielleicht kann Vargas nicht mit einem amerikanischen Telefon umgehen.“

Quinlan: „Komm, sag mir die Zukunft voraus.“ – Tana (Marlene Dietrich): „Du hast keine.“

Tana: „Er war ein seltsamer Mann, aber was hat es für einen Zweck, über Menschen zu sprechen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Mit vorliegendem Streifen setzte Orson Welles einen ersten Schlusspunkt unter den klassischen Film noir. Stilistisch liefert er in seinem dritten Noir noch einmal eine große Zusammenfassung ab: vom Plot über Figuren-Setting, Ausleuchtung und Kameraführung bedient Welles den großen Kanon.
Große Klasse ist hier die Kameraarbeit. Zum einen arbeitet Kameramann Russell Metty sehr gerne aus einer leichten Froschperspektive. Zusammen mit dem
häufigen Gebrauch des Weitwinkels auch bei Closeups führt dies zu einer fast grotesken Verzerrung des eh schon leinwandfüllenden Orson Welles, der damit nachgeradezu monströs wirkt. Außerdem bezieht die Kamera selten eine gerade Position, sondern wirkt immer leicht verkantet, so dass es kaum gerade Linien als Ruhepunkte gibt. Eine Welt aus den Fugen, in der alles grau ist.
Orson Welles liefert eine großartige Leistung ab als fertiger Bulle mit Alkohol- und Gewichtsproblem, der vor uns nie ganz den Verdacht ausräumen kann, dass nicht er selbst vor Jahrzehnten seine Gattin erdrosselte, deren Tod er immer wieder betrauert. Er ist Rassist und hat überhaupt keine Probleme damit, Beweise zu türken, um Verdächtige, die er kraft Intuition für schuldig hält, in die Gaskammer zu bringen. Die „Eingaben“ liefert ihm dabei sein steifes Bein, was den Cop in die Nähe der Karikatur rückt. Am Ende sehen wir Quinlan dann doch wieder mit anderen Augen, denn letztlich wird er Recht behalten. Er ist zwar ein ausgewiesener Unsympath, bleibt aber mehr Mensch und somit Identifikationsfigur als sein Gegenspieler, der von Charlton Heston verkörperte Mexikaner Vargas. Ihn sehen wir als unerbittlichen Apparatschik, der für sich selbst Unfehlbarkeit postuliert. Er ist zum Beispiel so von seiner Mission erfüllt, den „untragbaren“ Quinlan zur Strecke zu bringen, dass er die halbnackte, unter Drogen gesetzte Gattin im Untersuchungsknast zurücklässt. In einer Nebenrolle als durchgeknallter Nachtportier ist übrigens Dennis Weaver zu sehen, den Steven Spielberg 1971 mit der Hauptrolle in seinem Debüt „Duell“ betraute. Weitere Kurz- respektive Gastauftritte absolvierten Marlene Dietrich, Zsa Zsa Gabor und Joseph Cotten.
Klasse Mucke von Henri Mancini, die selbiger mal als seine beste für Universal bezeichnet hatte.
Der Streifen floppte übrigens wie so viele Werke Welles' an den US-Kinokassen.

Rating: $$$$$

Splatter:

1/10

 

 

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