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Exam – Tödliche Prüfung

Info

OT: 
Exam

Jahr: USA 2005
R, B: Stuart Hazeldine
K: Tim Wooster
M: Stephen Barton, Matthew Cracknell
D: Luke Mably, Chakwudi Iwuji, Jimi Mistry, Ardar Beck

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Nur die Harten komm’ in’ Garten, liebe Freunde. Und die Harten sind in unserem Fall acht Ehrgeizlinge, die es in die Endrunde eines Auswahlverfahrens um einen Führungsposten in einem Großkonzern geschafft haben. Der „Garten“ ist ein fensterloser Prüfungsraum, in dem ein grimmiger Instruktor (Colin Salmon) die so kurzen wie rigiden Prüfungsregeln vorträgt. Die sehen zum Beispiel bereits für das „Beschädigen“ des Papiers den Ausschluss vor. Ein schweigender, bewaffneter Wachmann (Chris Carey) an der Tür sorgt dafür, die Regeln zu exekutieren, hält sich aber ansonsten ganz raus.
Die Probanden haben innerhalb der „Spielregeln“ alle Freiheiten und 80 Minuten Zeit, um eine einzige Prüfungsfrage zu beantworten. Doch ist diese ebenso wenig offensichtlich wie der Zweck dieses bizarren Verfahrens. Ist man am Ende nur Teil eines perversen Experiments? So werden diese 80 Minuten für alle zu einem Erlebnis, das niemand mehr vergessen wird.

Zitate

Instruktor: „Es gibt kein Gesetz in diesem Raum außer unseres. Und die einzigen Regeln hier sind unsere Regeln.“ (Damit werden die Teilnehmer schon passend eingenordet)

Black (Chakwudi Iwunji): „Was ist passiert?“ – White (Luke Mably): „Kann nichts sehen. Alles gelb.“ (Auch die Eigenurin-Behandlung des Papiers lässt keine Frage sichtbar werden (Zwinkern))

Die Kritik des Gunslingers:

Kammerspiele, in denen sich eine begrenzte Gruppe von Menschen einer Extremsituation ausgesetzt sieht, laufen in der Regel immer nach demselben Schema ab. Ähnlich schematisch sind auch die Gruppen zusammengesetzt. Im Zentrum steht dabei weniger die Situation, sondern die Dynamik innerhalb der Gruppe.
Diesen Gegebenheiten hat Hazeldines Streifen wenig hinzuzufügen,
wenngleich er die Geschehnisse in Echtzeit ablaufen lässt. Schon die Grundmotivation der Probanden ist mir hier allerdings völlig fremd: Was für ein Job kann denn bitteschön so geil sein, dass man bereit ist dafür, Mitbewerber zu foltern oder zu töten? So ist meine Betrachtungsweise eine rein Klinische. Die üblichen Abläufe – Finden der Gruppe, Risse in der Gemeinschaft, Maulwurfverdacht, Showdown – sind gut und spannend inszeniert.
So versuchen die Probanden erst einmal gemeinsam, rauszukriegen, was man überhaupt von ihnen verlangt. Die sowieso schon dünn gekittete Zweckgemeinschaft beginnt aber schnell zu zerbrechen: Erstens ist der Informationsstand innerhalb der Gruppe unterschiedlich; zweitens verschafft sich einer der Beteiligten immer wieder rücksichtslos Vorteile, und drittens schließlich kommt bald der Verdacht auf, dass sich ein Konzern-Maulwurf im Raum befindet. Mit zunehmendem Ablaufen der an der Wand sichtbaren Uhr fallen natürliche Hemmschwellen: Wissensvorsprung wird durch Folter egalisiert, der mögliche Tod eines Mitbewerbers als Wettbewerbsvorteil in Kauf genommen, Mord als legitim angesehen. Das Ende vermittelt dann immerhin eine humane Botschaft.
Kammerspiele stehen und fallen ja zum größten Teil durch ihre Besetzung, und hier kann der Streifen tatsächlich die meisten Punkte einsacken. Ansonsten empfehle ich den thematisch ähnlich gelagerten spanischen Film „El Método“, der einen deutlich mehr an die Kandare nimmt.

Rating: $$$+

Splatter:

1/10

 

 

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