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Gläserne Schlüssel, Der

Info

OT: 
The Glass Key

Jahr: USA 1942
R: Stuart Heisler
B: Jonathan Latimer (nach Dashiell Hammett)
K: Theodor Sparkuhl
M: Victor Young
D: Alan Ladd, Brian Donlevy, Veronica Lake, Joseph Calleia

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Früher war Paul Madvig (Brian Donlevy) ein schlagkräftiger Kleinkrimineller in seinem alten Viertel; jetzt ist er aufstrebender Lokalpolitiker. Ihm zur Seite als rechte Hand steht sein alter Jugendfreund Ed Beaumont (Alan Ladd), ein gewiefter Strippenzieher. Nun stehen Gouverneurs-Wahlen an, und Madvig paktiert wider allen Ratschlägen mit dem *hust* nicht unumstrittenen Senator Ralph Henry (Moroni Olsen), der auf den Gouverneursposten scharf ist, Madvig wiederum auf des Senators Töchterchen Janet (Veronica Lake) Ihr versteht (Zwinkern).
Als Ed eines Nachts Henrys missratenen Sohn Taylor (Richard Denning) tot auffindet, der zu allem Überfluss mit Madvigs Schwester Opal (Bonita Granville) ein Kröschen laufen hatte, beginnt sich das Rad schneller zu drehen. Nun schlägt nämlich die große Stunde der Rache für Nachtclub-Größe Nick Varna (Joseph Calleia): Dem hat Madvig nämlich immer wieder auf die unsanfte Tour seine Etablissements schließen lassen. Varna, der den Zeitungsverleger Clyde Matthews (Arthur Loft) über eine Hypothek in der Hand hat, lässt über dessen Blatt Madvig als Verdächtigen im Mordfall Taylor Henry aufbauen. Gleichzeitig landen anonyme Briefe, die Madvig der Täter- und Beaumont der Mitwisserschaft bezichtigen, bei Staatsanwalt Farr (Donald MacBride)und anderen Beziehungsträgern.
Der sicher geglaubte Wahlsieg ist damit in weite Ferne gerückt. Doch das ist Eds kleinste Problem, denn bald wird auch noch ein von Varna gekaufter „Kronzeuge“ umgenietet, und auch hier ist Madvik sofort als Täter im Gespräch. Ed wühlt und rackert, damit die Scheiße woanders abregnet. Das geht nicht ohne kräftige Blessuren ab, zumal er erst langsam das verwirrende Beziehungsgeflecht durchschaut.

Zitate

Madvik: „Ich habe die Presse seit Jahren im Nacken und sitze hier immer noch. Und das sehr gemütlich.“ – Beaumont: „Meinst du, auf dem elektrischen Stuhl ist es auch so gemütlich?“

Beaumont zu Opal: „Wenn du schon so ein Schwachkopf bist, dann schrei’ wenigstens nicht so rum.“

Beaumont: „Der würde seine eigene Mutter auf den elektrischen Stuhl bringen, wenn ihm das was einbringt.“ (Kommentar zum Geschäftsgebahren des Staatsanwalts)

Die Kritik des Gunslingers:

Direkt nach „Die Narbenhand“ produziert, war „Der gläserne Schlüssel“ der zweite gemeinsame Streifen des Gespanns Veronika Lake/Alan Ladd. Spätestens jetzt waren die Beiden als eines DER Paare des Film noir etabliert. Der Film entstand nach einem Roman von Dashiell Hammett, mildert aber im Vergleich zum Buch die Interaktion Organisiertes Verbrechen – Politik deutlich ab.
„Der gläserne Schlüssel“ bietet alles, was den Noir-Afficionado begeistert: Das Setting beinhaltet ein nahezu undurchdringliches Gewirr von Beziehungen und Abhängigkeiten, bei denen jeder ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Die Protagonisten sind korrupt, selbstverliebt und skrupellos, was für die Frauen aber nur mit Einschränkungen gilt (Zwinkern). Der Gangster Varna ist dabei nicht schlechter als die Politiker: Während ersterer seine Verbindungen mit Gewalt und Drohungen „pflegt“, machen dies letztere durch Lügen und falsche Versprechungen. Und beide kungeln sich immer wieder zu brüchigen Allianzen zusammen, wenn es um die Profitmaximierung geht.
Mittendrin in dieser amoralischen Mischpoke bewegt sich Ed Beaumont, ebenfalls kein Kind von Traurigkeit, der zwar einerseits bereit ist, sich die Finger schmutzig zu machen. Doch andererseits kennt er im Gegensatz zu den anderen Beteiligten Loyalität und besitzt zumindest eine rudimentäre Moral. Damit ist er ein naher Verwandter der harten Privatdetektive vom Schlage eines Sam Spade. Alan Ladd profiliert sich auch hier als schwarze Stilikone, die deutlich auf den Look des Melville’schen Gangsters, 25 Jahre später, abfärbte: Man schaue sich nur „Der eiskalte Engel“ als Referenz an (Zwinkern). Veronika Lake hat zwar den deutlich kleineren Part, ist aber einmal mehr klasse als taffe Blondine, deren Ziele bis zum Ende nebulös bleiben. Klar verteilt auch sie ihre Gunst nach „Kassenlage“, anfangs zumindest.
So ist sie das klassische „Bad good girl“ des Film noir.
Technisch klimpert der Film sehr schön auf der Noir-Klaviatur mit Low-Key-Beleuchtung und kontrastreichen Licht-Schatten-Spielen. Dazu ist er recht handfest, wenn man das Entstehungsjahr berücksichtigt. Wie sich etwa Varnas Schläger Jeff (William Bendix) und Rusty (Eddie Marr) den guten Ed zur Brust nehmen, ist auch heute noch nicht von Pappe. Kleinere Abzüge für das wahrscheinlich Hollywood geschuldete Ende.

Rating: $$$$+

Splatter:

2/10

 

 

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