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Geiern zum Fraß, Den

Info

OT: 
All'ultimo Sangue

Jahr: I 1968
R, B: Paolo Moffa („John Byrd“)
B: Enzo Dell’Acquila
K: Franco Villa
M: Nico Fidenco
D: Craig Hill, Ettore Manni, Giovanni Cianfriglia (“Ken Wood”), Francesco Santovetti

Quelle: VHS (VPH)

 

Inhalt

Die Galgenstricke um den skrupellosen Billy Gunn (Giovanni Cianfriglia) rippen unter Hinterlassen des anlassgemäßen Blutbades einen 500.000 Dollars schweren Goldtransport der Armee. Das ist der richtige Job für den eisenharten Captain Norton (Craig Hill), der mit der Wiederbeschaffung betraut wird. Norton allerdings will nicht losziehen ohne seinen alten Kumpel Ted Hunter (Ettore Manni), ob seines güldenen Wamses nur „El Chaleco“ genannt. Problem: Hunter sitzt als Deserteur und Mörder im Bau und wartet auf seine Hinrichtung.
Doch Norton sorgt dafür, dass die Hanging-Party ins Wasser fällt und verhilft dem Goldbewamsten zur Flucht. Als der erfährt, dass es gegen Billy Gunn geht, lässt er auch seine anfänglichen, handfest geäußerten Bedenken gegen Regierungsaufträge aller Art sausen: Billy Gunn nämlich ist der Bruder von Chaleco, hat diesem einst die Perle (Giuseppina „José“ Greci) ausgespannt und auch sonst allerhand auf dem Kerbholz, das nach brüderlicher Rache schreit. Außerdem winkt noch die obligatorische Rehabilitation.
Doch Chaleco und Norton können selbst als schlagkräftige Zweimann-Armee nicht viel gegen den vielköpfigen Gunn-Kader ausrichten. So versichert man sich der Mithilfe der Mex-Banditen um ihren Jefe Cordero (Francesco Santovetti). Die lassen sich durch die Aussicht auf die Hälfte der Moneten gerne zu einer brüchigen Allianz überreden.

Zitate

Bandit: „Ruh’ dich woanders aus, du faule Sau.“ (Einfühlsame Worte, an einen Toten gerichtet)

Bandit: „Los, raus hier, Mistpack, sonst knall’ ich euch den Henkel von der Birne.“

Norton zu Chaleco: „Ich würd’s lieber lassen, sonst beiß’ ich dir ’n Hacken ab, und du kannst zum Galgen humpeln.“

Die Kritik des Gunslingers:

Paolo Moffa war zwar schon ein altgedientes Film-Schlachtross und das seit den 1930er-Jahren. Doch mit Regieführen hatte er eigentlich nicht so viel im Sinn: Sein Gesamt-Oeuvre erstreckt sich auf gerade einmal sieben Streifen in 40 Jahren. Moffa arbeitete vor allem als Produzent und kam so auch mit dem Italowestern in Kontakt.
Obwohl er den erfahrenen Spaghetti-Skripter Enzo Dell’Acquila an der Seite hatte, kann man Moffas einzigen Genrebeitrag als Regisseur maximal als durchschnittlich bezeichnen. Sehr uneinheitlich ist beispielsweise die Atmo geraten. Während die in Spanien gedrehten Teile durchgehen, hat Vieles doch die Anmutung einer Kiesgrube. Auch nicht immer optimal ist die Schnittfolge der einzelnen Szenen. Da kann auch das Kamerateam Franco Villa/Aristide Massaccesi nicht viel reißen, denen dafür an anderer Stelle gute Bilder gelingen. Ich nenne da mal nur die Abschlussprügelei zwischen Billy und Chaleco, die Szenen im brennenden Folterschuppen der Mexikaner oder teilweise auch in der verlassenen Goldmine.
Ansonsten ist’s trotz der vielen Brutalitäten eine unausgegorene Mischung aus grimmiger Härte und Schenkelklopf-Humor. Letzteren gibt’s aber vielleicht nur in der deutschen Synchro-Fassung, für die Karlheinz Brunnemann verantwortlich zeichnet. Denn wo Brunnemann werkelt, ist Rainer Brandt nicht weit, und richtig: Die hier allerdings mit stark gebremstem Schaum laufende Brandt’sche Kodderschnauze liegt diesmal auf Craig Hill.
Ebenfalls nicht seinen besten Tag hatte offensichtlich auch Komponist Nico Fidenco erwischt: Der Titeltrack ist noch sehr angenehm mit Mex-Trompete, Chor und Flöte garniert. Doch mittendrin hat’s dann seltsam anmutende Dudeleien, die doch eher an Kinderfilme gemahnen. Der Bodycount wiederum sichert dem Streifen auf jeden Fall einen Platz unter den leichenreichsten Spaghettiwestern.

Rating: $$$-

Bodycount:

ca. 50 Gringos, ca. 49 Mexikaner, 2 Frauen

Explizite Brutalitäten:

  • Cordero legt einen Tippgeber um, nur damit er nicht rumtratscht
  • Gunns Truppe macht Messerwurfübungen auf einen gefesselten Mexikaner. Jeder Werfer muss vorher vier Halbe lenzen; die Gattin des Unglücklichen wird derweil zum Tabledance gezwungen. Nach Ende der Sause legt Billy beide um. Ihr wisst schon: Leichen reden nicht
  • Die Mexe pflocken Norton und Chaleco in Unterwäsche am Boden fest und locken mithilfe einer Schale Milch ein paar Schlangen als Exekutionskommando an
  • Corderos Jungs lassen Norton und Chaleco auf einer Wippe balancieren, Schlinge um den Hals

Liebe:

Chaleco trauert seiner Consuelo hinterher und viceversa: 2/10

Splatter:

1/10

 

 

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