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X 312 – Flug zur Hölle

Info

OT:

Vuelo al Infierno


AT:
Infierno, tuya es la Vicoria
Die grüne Hölle des Amazonas
Hölle, dein Sieg ist sicher

Jahr:
SP/D 1971
R: Jesús („Jess“) Franco
B: Artur Brauner („Art Bernd“), Mickey Knox, Arne Elsholtz
K: Manuel Merino
M: Wolf Hartmayer, Bruno Nicolai
D: Thomas Hunter, Esperanza Roy, Fernando Sancho, Howard Vernon

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

In Chile startet ein klappriger Zweimot mit einer Rutsche Flüchtlinge an Bord, die aus unterschiedlichen Gründen das Land verlassen müssen. Das Ziel der Reise: Rio de Janeiro. Bei einer Zwischenlandung in einem brasilianischen Dschungelkaff steigen noch Passagiere zu, darunter Alberto Rupprecht (Siegfried Schürenberg), ehemaliger Chef der chilenischen Nationalbank und ein Köfferchen unterschlagener Diamanten, die Millionen wert sind.
Da Rupprechts Reiseroute bereits durchgesickert war, hat Gangsterboss Carrasco (Paul Müller) von Rio aus Vorkehrungen getroffen und einen seiner Leute an Bord geschmuggelt: Der soll die Maschine auf eine Dschungelpiste umleiten. Doch die Entführung geht schief, und das Ende vom Lied: Das Flugzeug stürzt in den Dschungel oder das, was Jesus Franco uns für „Dschungel“ verkaufen will (wink).
Die Überlebenden treten unter Führung des amerikanischen Journalisten Tom Nielsen (Thomas Hunter) und des schmierigen Stewarts Bill Gonzales (Fernando Sancho) den langen Marsch in Richtung Zivilisation an. Carrascos Banditen, eingeborene Kopfjäger und nicht zuletzt die allseitige Gier nach den Diamanten sorgen für kontinuierliche Abgänge innerhalb der Wandergruppe.

Zitate

Mrs. Wilson (Ewa Strömberg): „Ich liebe den Dschungel. Er ist so gewaltig.“ (*Hust*)

Nielsen: „Versuchen Sie das auf keinen Fall nochmal … Sonst müsste ich Sie umlegen. Wär doch schade. Schade um die Kugel.“

Anna Maria Vidal (Esperanza Roy): „Ich will Wasser.“ – Bandit: „Schnauze!”

Lolita (Beni Cardoso): „Musst du immer saufen?” – Pedro (Howard Vernon): „Alkohol ist gut fürs Zahnfleisch.“

Die Kritik des Gunslingers:

1971 versammelte Produzent „Atze“ Brauner seinen Spezl Jesus Franco und ein paar seiner besten Freunde von Howard Vernon über Paul Müller und Beni Cardoso bis zu Ewa Strömberg, um einen Ausflug ins Grüne zu unternehmen. Und da man die Zeit auch „sinnvoll“ nutzen kann, hatte Brauner das Skript zu einer Abenteuersause dabei. Dazu hatte Francos Stammkameramann Manuel Merino glücklicherweis‘ Zeit, und los ging’s zur Low-Budget-Dschungel-Party. Nicht aber ohne vorher ausreichend Schuhwixe für den "Brasilien"-Look von Howard Vernon und Erfrischungen für den Rest einzupacken (wink).
Gleich voran geschickt: Für Trash-Afficionados und Jess-Franco-Jünger bietet das Ergebnis des bebilderten Waldspaziergangs eine Menge Augenfutter. Schon bald nach der ausführlichen Exposition der Passagiere, gern genutztes Mittel, um kostengünstig Filmmeter zu machen, geht’s zur Sache. Nachdem wir die etwas ausführliche und mit hektischer Handkamera etwas lang geratene Cockpitrangelei hinter uns gebracht und den rein akustisch untermalten „Absturz“ bestaunt haben, tritt die süße Schwedin Ewa Strömberg in die Bütt: Sie lässt sich – frisch gerettet – ausgerechnet vom wieder fiesen Fernando Sancho auf dem Waldboden vernaschen. Die anderen Passagiere haben das aus dem Wrack gerettet, was ihnen am wichtigsten ist: Gila v. Weitershausen einen großen Plüschteddy, Hans Hass Jr. seinen Kassettenrekorder mit coolem Easy-Listening-Beat, Thomas Hunter eine Pulle Scotch und Esperanza Roy ihre Kippen. Der Ausflug selbst gestaltet sich dennoch etwas unlustig: Sancho bahnt der Gruppe mit seiner Machete den Weg durch irgendeinen botanischen Garten, lustlos gefolgt vom schwindenden Wandervolk. Abwechslung bringen ein Banditenüberfall und die erwähnten Kopfjäger. Im Verlauf übernimmt Esperanza Roy einen größeren, ihren körperlichen Vorzügen angemessenen Part. Ein verschlagenes, geldgieriges Luder, das Beni Cardoso, Howard Vernon und nicht zuletzt Thomas Hunter, der tatsächlich eine passable Leistung abliefert, mal ran lässt.
Die Dialoge sind *hust* erstaunlich, während die Atmo sehr, äh, uneinheitlich geraten ist. Merino tut sein Bestes, um aus Nichts Dschungel zu zaubern, was aber nur selten gelingt. Und auch das tatsächlich in Rio abgedrehte Material, unter anderem von einem der Flughäfen, sorgt nicht gerade für brasilianisches Flair. Zumeist sieht’s doch arg spanisch aus. Zudem ist man sich über die Örtlichkeiten nicht immer einig: So liegt die Butze des Roy-Charakters Anna Maria Vidal einmal in einer mittleren Stadt am Amazonas, dann aber wieder in Rio. Na ja, Hauptsache man hat Spaß, nech.
Dennoch ist dieser im Hauptteil als große Rückblende angelegte Film tatsächlich auch für uns auf der anderen Seite der Mattscheibe leidlich spaßig: vom Unterhaltungswert eindeutig am oberen Ende der nach unten offenen Franco-Skala angesiedelt.

Rating: $$+ (Trash: $$$$)

Splatter:

1/10

 

 

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