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Info

OT: 
McFinnen & Wallace

Jahr: Ö 2007/08
R: Robert Spindler, Bert Walser
B: Robert Spindler
K: Albert Frisch
M: Charly Harm
D: Steve Colvin, Robert Spindler, Charly Harm, Richard Spindler, Kai Rossmann

Quelle: DVD (black-silver-cinema)

 

Inhalt

Kurz nach dem Bürgerkrieg heuert der traumatisierte Ex-Südstaatensoldat Jimmy (Richard Spindler) auf der Farm von Wallace (Robert Spindler) an. Dorthin hat sich auch die Wildwestlegende Dead Eye McFinnen (Steve Colvin) zurückgezogen. Dieser möchte seinen Colt am liebsten  für immer an den Nagel hängen und den Rest seines Lebens als ehrlicher Cowboy fristen. Wäre da nicht Baker (Kai Rossmann), der so etwas wie eine Dauerfehde mit McFinnen und Wallace am Laufen hat. 
Zu allem Überfluss ist Baker vor Kurzem auch noch zum Sherriff gewählt worden und sein Kumpel, das Halbblut (Charly Harm), zum Deputy. Letzterer macht McFinnen für den Tod seiner Familie verantwortlich, die natürlich gerächt werden will. Und weil im Westen statt der Zungen eher die Colts und die Fäuste sprechen, und weil man sich an die ungeschriebenen Gesetze der Prärie hält, die Auge um Auge und Zahn um Zahn fordern, gibt es bald ein paar Bewohner mehr auf dem örtlichen Gottesacker. Jimmy muss erkennen, dass er viel tiefer in der Sache drin steckt, als ihm anfangs bewusst war.

Zitate

„Der Krieg ist vorbei, Partner. Wir haben verloren, falls du es nicht mitbekommen hast.“ (Wallace gibt den Geschichtsnachhilfelehrer)

„In was für einer Zeit leben wir eigentlich? Neger arbeiten nur gegen Geld, Indianer machen nicht, was man ihnen sagt, und Weiber gehen nicht mit einem Gentleman ins Bett, wenn er sie darum bittet.“ (Baker beklagt den allgemeinen Sittenverfall im Süden nach dem verlorenen Bürgerkrieg.)

„Getrost sein ist das erste Erfordernis in jeder Gefahr.“ (McFinnen ist nicht nur Gunslinger, sondern auch Philosoph.)

Die Kritik des Aasgeiers:

In den Nuller-Jahren des 21. Jahrhunderts wurde an der Universität Salzburg jährlich das Studentenfilmfestival „film:riss“ abgehalten; 2008 gewannen die Leute von black-silver-cinema aus Tirol mit McFinnen & Wallace den Publikumspreis. Und zwar völlig zu Recht!
Das große Plus des Films ist seine Story. Den Machern ist hier eine ernsthafte, glaubwürdige Westerntragödie gelungen, die sich absolut nicht hinter so mancher Profiproduktion aus der Spaghetti-Glanzzeit verstecken braucht. Die Kombination aus den über den Protagonisten wie ein Damoklesschwert hängenden „ungeschriebenen Gesetzen“ des Westens und traumatischen Ereignissen in der Vergangenheit - veranschaulicht durch Rückblenden - sorgt für einen Strudel aus Rache und Vergeltung, der sich am Ende als eigentlich völlig sinnlos herausstellt.
Die Kameraführung ist stark am Spaghettiwestern angelehnt. Closeups auf Augenpartien, Gesichtsmimik oder Colts wechseln sich mit Totalen und Froschperspektiven. Auch die für den Western typische Landschaftsaufnahmen fehlen hier nicht, was ja in einer so zersiedelten Gegend wie dem Alpenraum gar nicht so leicht ist. Aber die Tiroler Bergwelt gibt eine großartige Westernkulisse ab, auch die hier oft viel kritisierte grüne Mischwaldoptik stört kein bisschen.  
Bei allem Lob darf man natürlich nicht vergessen: Es handelt sich um ein Amateurfilmprojekt, das halt auch die typischen Schwächen von Hobby-Produktionen hat. Mal ist die Kulisse nicht richtig ausgeleuchtet, mal übertönt die Musik den Dialog, mal agiert der eine oder andere Schauspieler ein bisschen hölzern, aber das sind bloß technische Kleinigkeiten, die das Filmvergnügen nicht wirklich einschränken. Und soll keinesfalls den Verdienst der Film-Truppe schmälern, die mit McFinnen & Wallace wirklich großartiges geleistet hat!
Die Musik geht gut ins Ohr. Hauptsächlich Gitarrenstücke im Spaghettiwesternstyle, auch mal mit leichter Snaredrumunsterstützung, mal mit Pfeifen und Steelguitar, dazu Songs im Country/Folk-Stil. Besonders hervorzuheben ist das Fiddlestück während der Szene, in der McFinnen, Wallace und Jimmy gemeinsam auf der Farm werkeln. Da kommt richtiges Appalachenfeeling auf, Freunde!
Großes Lob auch für die äußerst professionelle Gestaltung der DVD. Da ist neben dem Film (mit englischen, spanischen, und sogar japanischen und chinesischen Untertiteln!) auch eine ganze Menge Zusatzmaterial drauf. Making of, Outtakes und viele Hintergrundinfos über technische Effekte, dazu zwei Kurzfilme, diverse Trailer, außerdem der gesamte Soundtrack inklusive der im Saloon gesungenen Lieder im mp3-Format.
Bleibt nur zu hoffen, dass wir noch mehr von den black-silver-cinema-Leuten zu sehen bekommen!

Rating: $$$+

Bodycount:

5 Gringos

Explizite Brutalitäten:

Beim Faustkampf zwischen Wallace und Baker kommen nicht nur faire Moves zum Einsatz.

Liebe:

Wallace ist verheiratet, des Halbblut sucht Trost bei einer Saloonschönheit, beides lässt aber sehr an Romantik zu wünschen übrig. daher grade noch 1/10

Splatter

2/10

Besonderheiten

In der Szene im Telegraphenamt ist ein Originaltelegraph aus dem 19. Jahrhundert zu sehen, eine Leihgabe der Universität Innsbruck.