Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien

Toggle Sidebar

Info

OT: 
Fido

Jahr: KAN 2006
R, B: Andrew Currie
B: Robert Chromiak, Dennis Heaton
K: Jan Kiesser
M: Don McDonald
D: Kesum Loder, Billy Connolly, Carrie-Anne Moss, Dylan Baker

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Seitdem die Menschheit dank des Konzerns Zomcon die Zombiekriege der 1940er-Jahre gewann, ist nicht alles in Butter, aber weitgehend unter Kontrolle. Die Menschen leben zehn Jahre danach in durch Zomcon gesicherten Gebieten, während die „Wilde Zone“ draußen Zombies und Schwerkriminellen überlassen ist. Im Zomcon-Bereich werden durch ein spezielles Elektrohalsband gezähmte Zombies überdies als Billigarbeitskräfte eingesetzt. Logisch, dass Zomcon auch damit einen enormen Reibach macht.
Da die Ursache der Zombiekatastrophe – Weltraumstrahlung – nicht verschwunden ist, bleiben den Menschen nur zwei Alternativen: Entweder sie stehen nach ihrem Tod als Zombies wieder auf, oder sie lassen sich gegen ordentlich Moos „zombiesicher“ beerdigen. Und genau darauf spart Bill Robinson (Dylan Baker), der mit Ehegespons Helen (Carrie-Anne Moss) und dem elfjährigen Sohn Timmy (Kesun Loder) ein klassisches Vorstadt-Spießer-Leben führt. Timmy ist der typische Außenseiter schlau, kritisch, einsam, ohne Freunde und Lieblingsopfer der nervenden Bullie-Brüder Roy (Aaron Brown) und Stan (Brandon Olds).
Um „dazuzugehören“, schafft Helen auch für die eigene Familie endlich einen Hauszombie (Billy Connolly) an. Der ist aber nicht complettamente hirntot, sondern noch mit Erinnerungen ans Menschsein erfüllt. So gewinnt Fido, wie ihn Timmy nennt, allmählich nicht nur die Freundschaft Timmys, zumal der ihm auch gegen Roy und Stan beisteht. Auch Helen entdeckt bald die Vorzüge Fidos gegenüber dem stieseligen Gatten. Leider hat Fido wegen eines Wacklers in seinem Halsband ab und an mal Aussetzer. So vernascht er etwa die ätzende Nachbarin Mrs. Henderson (Mary Black), als die ihm ihre Gehhilfe überzieht und damit das Halsband deaktiviert.
Aber übergriffige Zombies sind das letzte, was Zomcon und sein knallharter Sicherheitschef John Bottoms (Henry Czerny), unglücklicherweise Nachbar der Robinsons, durchgehen lassen. Sowas wird mit Verbannung in die „Wilde Zone“ bestraft.

Zitate

Helen: „Timmy, hör auf, alleine Baseball zu spielen. Die Leute könnten denken, du bist einsam.“

Bottoms: „Lass sie nicht zu nah an dich rankommen. Das macht es schwer, den Abzug zu betätigen.“

Bill: „Das ist eine Arbeit für Männer. Fleischfressende Verrückte lernen das niemals.“ (Es geht ums Autowaschen, das Fido nicht zur Zufriedenheit durchführt (Zwinkern))

Bill: „Du weißt, was den Johnsons passiert ist, nachdem ihr Zombie die Sternensänger gefressen hat.“

Die Kritik des Gunslingers:

Zombiefilme aus Kanada erregen seit „Pontypool“ grundsätzlich immer mein Interesse. Und auch „Fido“ besticht durch eine originelle Idee und ihre gekonnte Umsetzung. Besonders, wenn man berücksichtigt, dass die Zombiekomödie an sich ist ja ein wenig ausgereizt ist: Seit dem wegweisenden „Shaun of the Dead“ ist diesem Sub-Sub-Genre ja eigentlich kaum noch was hinzuzufügen. Hier allerdings ist dies gelungen.
Der Streifen stellt sich in die Tradition des Romero-Klassikers „Night oft he living Dead“ und spinnt quasi seine Geschichte weiter. Die Menschen tauschen nach ihrem Sieg gegen die Zombies die Bedrohung durch die Untoten ein gegen ein bequemes, oberflächlich makelloses 50er-Jahre-Vorstadt-Idyll. Dieses bietet zwar Sicherheit, die aber durch totale Kontrolle durch einen faschistoiden Megakonzern erkauft wird. Ein totalitäres System, das Anderssein oder gar Kritik nicht duldet und kompromisslos verfolgt. Zombies als Hausangestellte sind Statussymbol; die eigene Beerdigung das einzige lohnende Sparziel.
Sets und Ausstattung sind grandios, erinnern ein wenig an „Pleasantville“: Bonbonfarbener Zuckerguss, durch den aus dem Ei gepellte Straßenkreuzer schnurren. In der Schule werden großartige, schwarzweiße Propagandastreifen über die Zombiekriege und die Verdienste von Big Brother Zomcon vorgeführt. Anschließend darf Zomcon-Sicherheitschef Bottoms, hochdekorierter Kriegs-Veteran, vor der Klasse referieren, bevor die Schüler sich zum Schießunterricht trollen. Dazu schallt die passende Musik-Mixtur: 50s-Swing-Jazz, poppig-moderater Rock’n’Roll.
Die Zombie-Action ist moderat, dann aber gut umgesetzt. Viel mehr Wert legt der Film aber auf den Mensch hinter dem Zombie *lach. So schmaucht Fido schon mal gerne ein Zigarettchen, wie er’s vor seinem letalen Herzinfarkt getan hatte, macht der schönen Helen Avancen auf Zombie-Art (Zwinkern). Gleichzeitig weckt er Mitleid mit den ausgebeuteten Sklavenarbeitern. Hier versteckt der Streifen dann sogar was wie Sozialkritik: Während der Normalo nach seinem Tod verdammt ist zu einem späteren Dasein als Zombie und ewiger Knechtschaft, kaufen sich die Reichen einfach davon frei, in dem sie nur ihre Birne beerdigen lassen. Einziger Kritikpunkt: Aus meiner Sicht überreißt der Film ein wenig und driftet hin und wieder über den Schmalzäquator ab.

Rating: $$$$

Splatter:

4/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien