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Info

OT: 
Misión en Marbella

Jahr: SP 2001
R, B: Santiago Segura
K: Guillermo Granillo
M: Roque Baños
D: Santiago Segura, Gabino Diego, Tony LeBlanc, José Luis Moreno

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Nach seinem ertragreichen Scharmützel mit den Triaden, hat sich José Luis Torrente (Santiago Segura) nach Marbella zurückgezogen. Hier haut er in der ihm eigenen schmierigen, notgeilen Manier auf die Kacke, dass es spritzt. Bis er eines Tages fast seine gesamte Habe beim Roulette verzockt.
Kleine, sehr kleine Brötchen sind angesagt: Torrente gründet eine Privatdetektei mit angeschlossenem „Lehrinstitut“. Ihm zur Seite steht der unterbelichtete Cuco (Gabino Diego), dessen Matschbirne auf den exzessiven Konsum diverser erfrischender Substanzen zurückzuführen ist, sowie „Franco“, eine französische Bulldogge mit Dauer-Diarrhoe. Kohle kommt kaum rein, denn die Detektei Torrente ist *hust* nicht gerade die erste Adresse am Ort. Einnahmequellen sind vor allem die dreisten Abziehereien Torrentes und der Drogenverkauf Cucos, wenn der seinen Stoff bei Schulkindern nicht gerade gegen Pokémons tauscht.
Eines Abends geraten Torrente und Cuco durch Zufall und ohne es zu ahnen in den Besitz eines Mikrochips, der dem verrückten Gangsterboss Spinelli (José Luis Moreno) abhanden gekommen ist. Der Chip, versteckt in einem Fan-Anstecker von Atlético Madrid, steuert zwei Raketen, mit denen Spinelli die Stadt Marbella um ein erklecklich‘ Sümmchen erpresst.
Ebenfalls hinter der Preziose her ist Clubbesitzer und Drogenboss Don Mauricio Torrente (Tony LeBlanc), in dessen Auftrag das Teil Spinelli geklaut wurde. Dass Don Mauricio tatsächlich mit Torrente näher verwandt ist, wie sich im Verlauf rausstellt, überrascht nicht: So verhökert er seine Erfrischungen gerne gegen gebrauchte Slips seiner Klientinnen, sofern sie in seine Sammlung passen.

Zitate

Torrente:
„Was ist los? Ihr seht ja aus, als seid ihr zusammen in Scheiße getreten.“
„Wie die sich aufgeführt hat, nur weil ich ihre Muschi berührt hab‘.“
„Keine falschen Hoffnungen machen. Ich hab ‘n Darmverschluss; da kommt niemand rein. Also lies‘ lieber deinen Comic weiter.“
(… irrtümlich hat‘s Torrente in eine Schwulensauna verschlagen)
„Sie haben Recht, sich einem Profi anzuvertrauen.“ (Leider meint er sich selbst)

Francisca (Cristina Tàtrega): „Am besten, du wäscht dir erstmal die Krümel ab.“ – Torrente: „Stehst du etwa nicht auf Hüttenkäse?“ (Dialog im Puff)

Cuco: „Komm, Franco, schluck dein Dextidrin.“ – Torrente: „ Wie kannst du dem Hund sowas geben? Der kackt doch wieder überall hin.“

Spinelli: „Ist mir egal, ob der Bürgermeister zahlt oder nicht. Ich jage das scheiß Marbella sowieso in die Luft.“

Cuco: „Ich hab‘ dir doch gesagt, du sollst nicht so laut schreien. Franco hat schwache Nerven.“ –Torrente: „Ich nenne das Durchfall.“

Die Kritik des Gunslingers:

Drehte der erste Teil noch Polizei-Actioner und Heist-Movies durch den Wolf, kümmert sich der Nachfolger um das Eurospy-Universum im Allgemeinen und James Bond im Speziellen. Schon allein der mit vielen nackten Möpsen „aufgehübschte“, klassisch inspirierte Vorspann und eine Bondscore-artige Titelmelodei im Marbella-Disco-Sound lassen nicht viele Fragen offen.
Das Grundsetting ist weitgehend das gleiche geblieben. Santiago Segura verkörpert den Ex-Polizisten Torrente genial als armseliges, schmieriges Würstchen mit großer Schnauze. Egoistisch, geil, rassistisch, frauen- und schwulenfeindlich und natürlich völlig unfähig, um nur die hervorstechendsten Prädikate zu nennen. Er scharrt wieder ein feines Panoptikum minderbemittelter Naivlinge um sich, die er nach Herzenslust übervorteilen kann. Weitere Opfer sind Behinderte, Omas, die Torrente bestiehlt oder Nutten, von denen er sich Dienstleistungen erschleicht. Seine raren „Fälle“ als Privatdetektiv generiert er selber, indem er zum Beispiel seine „Studenten“ Vorgärten verwüsten lässt, oder erschleicht sie sich mit Hilfe des Zufalls. Observationen dienen nicht dazu, den Fall zu lösen, sondern allenfalls die eigene Sammlung an Wichsvorlagen zu erweitern. Überhaupt ist die Aufklärungsquote bemerkenswert niedrig.
Doof, dreist und unverschämt prollt sich Torrente durch den Plot und landet letztlich mit fast unverschämtem Glück immer auf den Füßen. Das ist so ein bisschen Wiederholung des Vorgängers, bleibt aber dank der recht hohen Gagdichte und den Sprüchen Torrentes superunterhaltsam. Auch wenn die Satire manchmal buchstäblich in dampfender Scheiße untergeht wie die wahrscheinlich als solche gemeinte Franco-Schmähe. Schwamm drüber.
Segura gelang nach diesem zweiten Teil seines Torrente-Serials als Schauspieler auch der Sprung ins große internationale Geschäft. Nicht nur sein Spezl Alex de la Iglesia besetzt ihn nach wie vor, auch Guillermo del Toro gibt ihm immer wieder Rollen in seinen Produktionen.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10