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Info

OT: 
Huset

Jahr: N 2016
R, B: Reinert Kiil
K: John-Erling Holmenes Fredriksen
M: Kim Berg, Lewi Gawson Trøite
D: Mats Reinhardt, Frederik v. Lüttichau, Sondre Krogthoft Larsen

Quelle DVD (Donau Film). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Zweiter Weltkrieg. Die deutschen Soldaten Fleiss (Frederik v. Lüttichau) und Kreiner (Mats Reinhardt) sind im winterlichen Norwegen versprengt. Zusammen mit Rune (Sondre Krogthoft Larsen), ihrem norwegischen Gefangenen, der dazu noch eine Schussverletzung hat, versucht man, den nächstgelegenen Fjord zu erreichen. Hier sollen sich die Einheiten wieder sammeln.
Weitgehend orientierungslos stolpert das Trio durch die Pampa, verwirrt und verirrt durch das Zusammenspiel von Karte und offensichtlich falsch anzeigendem Kompass. Wie gerufen, taucht auf einmal ein einsames Haus auf, das die Drei bei Einbruch der Dämmerung mit fast letzter Kraft erreichen. Alles wirkt so wie gerade frisch verlassen, inklusive eines auf dem Herd blubbernden Süppchens und des laufenden Radios. Könnte man fast heimelig nennen.
Während Rune aufgrund eines aufziehenden Wundbrands allmählich schlapp macht, kriegen Fleiss und Kreiner aber bald ganz andere Probleme. Auch wenn sie anfangs noch großzügig über sich häufende Seltsamkeiten hinwegsehen. Etwas scheint umzugehen in der Butze und führt nichts Gutes im Schilde.

Zitate

Kreiner: „Wir müssen irgendwas gegessen haben, was wir besser nicht gegessen hätten.“

Fleiss: „So, jetzt hören wir mal deine logische Erklärung.“

Kreiner: „Wir kommen hier nicht weg: Das Haus wird uns nicht gehen lassen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Der norwegische Regisseur Reinert Kiil ist eigentlich spezialisiert auf extremen Low-Budget-Splatter-Horror. Hier hatte er mit einem Budget von rund 60.000 Euro vergleichsweise viel Moos am Start und versuchte sich mit Erfolg an einem „richtigen“ Grusler.
Formal und von der Bildgestaltung her, orientiert sich der Streifen an modernen Spukhausfilmen wie der in diesem Zusammenhang gerne genannte „Paranormal Activity“. Allerdings fehlt komplett der „Found-Footage“-Aspekt. Dem Film gelingt es sehr gut, ein kontinuierlich unangenehmes Hirnsausen zu erzeugen. Subjektive Kamera, Geräusche unerklärlichen Ursprungs, schemenhaft zu sehende Personen, verhuschte Silhouetten hinter Gardinen, eine Spieluhr, die von selbst loslegt, Gegenstände, die ihre Position ändern, Kreuze an den Wänden. All das gut ausgeleuchtet und mit der entsprechenden Musik unterlegt, ergibt ein fast unfehlbares Gruselambiente, auch ohne Schockeffekte.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto unübersichtlicher wird das Ganze. Schon bald ist klar, dass es aus dem Haus kein Entrinnen gibt: Als die beiden Deutschen versuchen, sich wieder auf den Weg zu machen, landen sie immer wieder h-ier. Zunehmend verschieben sich die Zeitebenen. Es scheint, als ob sich Fleiss und Kreiner am selben Ort, aber auf verschiedenen, immer wiederkehrenden Zeitschleifen bewegen: Während der Eine eine Situation das erste Mal durchlebt, ist sie für den Anderen eine Wiederholung von bereits Gesehenem. Dazu kommt eine Art Gästebuch mit kryptischen Einträgen, dass Kreiner findet. Die Geschichten darin scheinen die Ihre wiederzugeben. Stammen sie am Ende von ihnen selbst? Und was hat es mit den Personen auf sich, denen sie im Haus begegnen, Menschen, die Teil ihrer wenig ruhmreichen Vergangenheiten sind?
Der Film enthält keine Schock- und Gore-Effekte, mal abgesehen von der erwähnten guten Ausleuchtung und einem sparsamen, doch effektvollen Makeup. Er weiß allein durch den geschickten Einsatz seiner Stilmittel und seine etwas verschwurbelte Geschichte zu fesseln. Erst ganz am Ende bietet das Buch eine Auflösung an. Hauptschwachpunkt ist für mich das Grundsetting: Der Zweite Weltkrieg als Background ist überflüssig. Erstens spielt die Zeit der Handlung keine Rolle. Zweitens nimmt man den beiden deutschen Hauptdarstellern die Soldaten nicht ab.

Rating: $$$$

Splatter:

1/10