Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Proposition - Tödliches Angebot, The

Info

OT: 
The Proposition

Jahr: AUS/GB 2005
R: John Hillcoat
B, M: Nick Cave
K: Benoit Delhomme
M: Warren Ellis
D: Guy Pearce, Ray Winstone, Emily Watson, Danny Huston

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Captain Morris Stanley (Ray Winstone), seines Zeichen örtlicher Polizeichef im australischen Hinterland, gelingt es, die Outlaws um die Gebrüder Burns hochzunehmen. Nur die Brüder Charlie (Guy Pearce) und Michael Burns (Richard Wilson) überleben das muntere Verbleien.
Es ist kurz vor Weihnachten, und so ist Captain Stanley milde gestimmt: Er behält den kleinen Michael als Faustpfand, während Charlie den ältesten Bruder Andrew (Danny Huston) aufspüren und zur Strecke bringen soll. Andrew ist ein wahrer Psycho und wohl verantwortlich für das blutige Massaker an einer Farmerfamilie. Der Haken: Schon vor geraumer Zeit bereits hatte er sich mit einem Teil der Gang abgesetzt und lebt nun als gefürchtete Legende irgendwo in den Bergen des Outbacks. Wenn aber Charlie den Auftrag und damit den Bruder innerhalb von neun Tagen erledigt, sollen er und Michael amnestiert werden. Ansonsten hängt Mikey am Weihnachtstag.
Charlie übernimmt den Job, und trifft tatsächlich auf Arthur, als der ihm den Arsch gegen aufständische Aborigines rettet. Und er merkt: Auch wenn Brüderlein ein wahrer Drecksbär ist, ist’s nicht leicht, ihm einfach das Gas abzudrehen. Währenddessen gerät Captain Stanley unter Druck, als sein Vorgesetzter Eden Fletcher (David Wenham) Wind erhält von dem nicht ganz astreinen Deal mit Charlie Burns. Um die gute Laune wieder herzustellen, verfügt Fletcher eine öffentliche Abreibung für Mike, bestehend aus 100 Peitschenhieben, die der Kurze unmöglich überleben kann. Stanley ahnt, dass das alles kein gutes Ende nehmen wird.

Zitate

Stanley: „Australien. Welch‘ teuflische Entartung.“

Fletcher: „Gerechtigkeit? Diese Art von Sermon können Sie sich fürs Volk aufheben, Stanley.“

Lawrence (Robert Morgan): „Das ist nicht London; das ist nicht England. Das ist Scheiß-Australien.“

Fletcher: „In O’Reilly steckten so viele Speere, dass er ausgesehen hat wie eine Unterart des guten alten englischen Gartenigels.“

Jellon Lamb (John Hurt): „Ein Ire ist doch nicht mehr als ein auf links gedrehter Nigger.“

Samuel (Tom Budge): „Was ist ein Misantroph, Arthur?“ – Two Bob (Tommy Lewis): „Ein Mensch, der Menschen zum Kotzen findet.“ – „Dich hatte ich nicht gefragt, Bimbo.“

Arthur: „Das könnte jetzt weh tun.“

Die Kritik des Gunslingers:

Zwar spielt der Streifen in Australien, doch Story und Stilmittel weisen ihn als lupenreinen Western aus, der seine Inspirationsquellen sowohl in Amerika als auch in Italien findet.
Das australische Outback ist dem „Wilden Westen“ dabei nicht unähnlich: Arme Leute versuchen sich als Banditen, um ihr karges Dasein zu verbessern; auch hier gibt es renitente Ureinwohner, die sich mit Waffengewalt gegen die Ausbeutung und Inbesitznahme durch die Zuwanderer wehren. Auf der anderen Seite gibt es Siedler und Soldaten, allesamt anscheinend zwangsverpflichtet. Zumindest haben alle chronisch schlechte Laune und schimpfen wie die Rohrspatzen über das „Scheiß-Australien“. Rassenhass gegenüber den Aborigines und koloniale Selbstherrlichkeit feiern fröhliche Urständ‘ und können sich jederzeit als Gewaltexzess  Bahn brechen. Hier unterscheiden sich weiße Outlaws und Bürger nicht großartig voneinander. Das betrifft wie gesagt Rassenhass genauso wie den Hang zu ausufernder Gewalt.
Der Streifen ist in erster Linie Atmo: tolle Outback-Shots von französischen Kameramann Benoit Delhomme, der auch den Hillcoat-Streifen „Lawless – Die Gesetzlosen“ fotografierte, ergänzen sich mit einem fantastischen Score. Nick Cave, der bereits für den ersten Streifen seines Kumpels John Hillcoat das Drehbuch verfasst hatte, übernahm auch hier das Skript, das er der Legende nach in drei Wochen runterschrubbte.
Nach Italien weisen die vielen Close-ups und natürlich die sehr raue Gangart des Streifens. So geizt der Film nicht mit Nickligkeiten wie das exzessive Auspeitschen Mikes oder unterschiedliche Tötungsarten der unangenehmerern Art. Delhommes Kamera schaut dabei ungeniert zu und ist mittendrin. Da geht einem Aborigine bleibeschleunigt schon mal das Gesicht flöten, und auch das Shootout eingangs zwischen Outlaws und Polizei ist sehr intensiv geraten.
Den Cast dominiert der wieder großartige Ray Winstone: Bei aller Härte hat Stanley sich eine menschliche Ader bewahrt und versucht mit Augenmaß seinen Job zu erledigen. Das bringt ihm bei etlichen seiner Leute den Ruf eines Schlappschwanzes ein. Außerdem führen er und seine Frau Martha (Emily Watson) tatsächlich sowas wie eine liebevolle Ehe. Sehr gelungen auch die Darstellung der schwierigen Bruderbeziehung zwischen Charlie und Arthur. Selbst der Sado Arthur bekommt eine nicht erwartete Vielschichtigkeit, als er sich in einer kurzen Szene als nicht ganz unbeleckt von englischer Lyrik zeigt.

Rating: $$$$+

Bodycount:

ca. 14

Explizite Brutalitäten:

  • Captain Stanley malträtiert Mike mit seinem Revolvergriff
  • Fletcher lässt Mike brutal auspeitschen
  • Arthur tritt dem fiesen Sergeant Lawrence das Gesicht zu Brei
  • Arthurs Gang belässt es beim Ausschalten der Wachmannschaft nicht beim Verbleien
  • Arthur schlitzt den Kopfgeldjäger Jellon Lamb auf

Liebe:

Martha und Morris sind so was wie die Kerze in der Nacht: 3/10

Splatter:

6/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien